Bau der Feldfrüchte. 7. Abſ<hn. July.
(270) gen in den Boden getrieben, ſo daß er x Elle tief in demſelben war. Zwiſchen jedem Beete, welches 6 Furchen etwa 2 Ellen breit- war, wurden die Pfähle in die Furchen gebracht. Hierauf wurden die längſten und ſtärkſten Stangen in der Hübe von einer Elle mit einem Stroh- oder Baſtbande an die Pfähle ge2 bunden, ſo daß jedes Beet der Länge nach eine Einfaſſung barte. Bey der Entfernung der Pfähle wurde keine Beſtimmung ge- macht, ſondern dieſelhe richtete ſich nach der Länge der Stangen. Ueber dieſe Stangen wurden ſchrägüber, immer in entgegenge- ſehter Richtung, die dünnern Stangen gelegt und an die Längen- ſtangen angebunden, ſo daß das obere Geländer lauter Dreye>e bildete. Dieſe Querſtangen hatten keine beſtimmte Länge, und Xamen daher, nachdem ſie länger vder kürzer waren, mehr oder weniger ſchräg Über das Beet, ſv daß die Dreye>e bald ſpiß» winkliger, bald ſtumpfwinkliger wurden, Es konnte nun ein Regen herkommen, woher er wollte, ſo fand der Flachs nach als len Richrungen hin eine Stüße. Wurde der Flachs ſehr lang, ſo daß er über die Stangen überzuhängen begann, ſo wurden die Längenſtangen etwas höher ,/ je nachdem es nöthig war, ges bunden, wodurch auch die Stangen ſchräg übergehoben wurden. Dieſes Stängeln leiſtete. mir die vollkommenſten Dienſte, Das Holz war nicht in Anſchlag zu bringen, weil es nachher als Brennholz benubt wurde. Das Aushauen der Pfähle und Stanz
en ,. ſo wie das Ländern ſelbſt beſorgten für die Fläche eines Magdeburger Morgens 2 Leute ſehr gut in einem Tage«
Der Hanf. Vegelation und Behandlung während der Vege- tativn bis zur Erndte,
Der Hanf geht bey genugſamer Feuchtigkeit des Bodens und bey warmer Witterung ſehr bald aufz nur wenn es ſehr tro>en iſt, bleibt er zuweilen aus, und es iſt in dieſem Falle ein gro- ßer Vortheil, wenn man das Hanffeld wäſſern kann, Bildet der Boden bald nach der Saat eine harte Rinde auf der Oberfläche, ſv muß dieſe, ſo wie beym Lein angeführt. worden, dur) eine Stachelwalze gebrochen werden z denn der Hanffeim kann. nur durch ganz lo>eres Erdreich durchbrechen, da er die Samenhülſe mit empor treibt. Dieſer emportreibenden Samenhülſen wegen ſtellen dem Hanf beym Aufgeben die Vögel ſehr nach, und man mnß dann alle Mittel anwenden, dieſe ungebetenen Gäſte zu ver- ſcheuchen. Wenn der Boden nicht verunfrautet iſt, und die Witterung nur einigermaßen das Wachsthum des Hanfes begün- ſtigt, ſv iſt bey dem ſchnellen Wuchſe des Hanfes, wodurch er alles Unkraut unterdrückt, das Jäten nicht nothwendig. Zeigt ſüch jedoch in dem jungen Hanfe viel Unkraut, ſo muß man es dann ausjäten, wenn der Hanf 3 bis 4 Zoll hoch geworden iſt. Man wählt dazu den Zeitpunct nach einem ſanften“ Regeu, und vermeidet wo möglich tro>ene Witterung; und iſt man in der= ſelben zum Jäten genötbigt, ſv muß man es vermeiden, die Hanfwurzeln von Erde zu entblößen. Die Arbeit muß mit der größten Vorſicht geſchehen z denn wenn ſich die Pflanzen unter? einander verwirren und verwickeln, vder durch Unachtſamkeit. der Jäter niedergedrückt und umgebrochen worden ſo richten ſie ſich Hicht wieder auf. Ein dem Hanf ſehr nachtheiliges Untraut iſt


