Bau der Feldfrüchte. 7. Abſ<hn, July, (262) werfen, als diejenigen, denen man während ihrer Vegetation die Blätter zweymal abgenommen bat. Wer die Untauglichkeit ſo!/c<er Blätter im Sommer bezweifelt, der entſchließe ſich, ſeine milchgebenden Kübe, oder nur eine davon, vierzehn Tage lang mit nichts, als ſolchen Blättern zu füttern, und er wird nicht lange warten dürfen, um ſich von ihren widrigen Wirkungen M purgiren ſehr ſtark) zu überzeugen. Unter allen landwirth- <aftlichen Operationen iſt dieſes Abblatten die armſeligſte und WEN LIEN denn außerdem, daß dieſes frühe Abblatten un edeutender Blätter ibren Ertrag zu einer Zeit beträchtlich ver» mindert, wo ſie wirklich nahrhafter, und wegen Abgang des Klees erwünſchter ſind, ſo hat es auch einen ſo auffallend nache theiligen Einfluß auf den Ertrag der Wurzeln ſelbſt, daß nur der es leugnen kann, der keine vergleichenden Verſuche darüber ange» je hat. Drey Morgen zweymal abgeblattete Runtelrüben ga- en mir im Jahr 1801 gerade nur ſo viel Körbe Wurzeln und noh nicht ſv viel Blätter, als zwey Morgen, die nicht geblat- tet worden waren. Es war auf einem und demſelben Felde z; alle waren in Neiben geſäet, und auf gleiche Weiſe behandelt wor» den. I< brauche dabey wohl nicht zu erinnern, daß ein Korb dier Runkelrüben mehr werth iſt, als ein Korb kleiner, woran Schale und kleines Gewürzel einen verhältnißmäßig größern Theil ausmachen, Jh ſetzte den Verſuch mit dem Abblatten im Jahre 1802 fort, und erhielt von den' zweymal geblatteten 381, und von nicht geblatteten 410. Dieſes Reſultat beſtätigt meine Erfahrung von 18013; es zeigt aber auch, daß es vorzüglich das zweyte Abblatten iſt, welches den Wurzeln am meiſten ſcha» det. Wirklich beobachtete ich ſchon 1801, daß meine Runkelrüben, welche bis dahin die Verwunderung aller Vorübergebenden er2 regt hatten, nach dem zweyten Abblatten auf einmal in ihrem Wachsthume einhielten, und ſeitdem um nichts weiter zunah- men. Diejenigen alſvy, denen durchaus an“ dieſer zweyten Blatte erndte gelegen iſt, wozu allenfalls außerordentliche Zufälle zwin- en können, wäre zu rathen, die Wurzeln ſammt den Blättern ieber auszuziehen, das Feld umzupflügen und mit Waſſerrüben u beſäen 3; ſchlagen dieſe ein, ſo kann man noch eine Quantität utter gewinnen, die den abgeblatteten Runkelrüben gleich kommt, und man hätte ſonach eine doppelte Erndte,“
Wenn man die Nunkelrüben zur Zuckerbereitung baut, ſo muß das Abblatten durchaus unterbleiben, weil dadurch der Zu- Eergehalt dex Nüben vermindert wird. Achard ſagt in ſeinem bereits bemerkten Werke über die Zukerfabrication aus Runtkels- züben S. 523 daß durch das Abblatten, der Zuckergehalt der Rüben nicht allein verminvert wird, ſondern daß auch zum Nach» tbeil der vortbeilhaften Ausziehung des Zu>ers aus denſelben Hie Stoffe, welche ſeine Gewinnung erſchweren, ſo wie ſeine Qualität herabſetzen, dadurch vermehrt wird.
Es iſt aus dem Geſagten wohl einleuchtend, daß das Abblat- ken der Runfelrüben vor. vollendeter Wurzelausbildung ,/ außer bey einem entſchiedenen Mangel von Grünfutter nicht zu empfeb- len iſt, ſondern daß es zweckmäßiger bleibt, die Blätter erſt dann u entnehmen, wenn die Wurzeln ihre Ausbildung vollendet ha- en. Dieſe Blätter ſind im Herbſt, wo es an grünem Futter bereits mangelt, ein ſehr willkommenes Futter. Wenn übrigens


