Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Vegetation der Feldgewähſe, Runkelrübe.

(261). zum Behäufeln iſt um ſo mehr zu empfehlen, da dadurch die Culturkoſten beträchtlich vermindert werden. Nach dem Beha>en wachſen die Runkelrüben um ſo beſſer, und bald breiten ſie ſich mit ihrem großen Blatte ſo aus, daß ſie das Unkraut unter» drücken. Die ſtarkbalmigen Unkräuter, die ungeachtet des Beha- Fens und Behäufelns ſich finden, müſſen ausgezogen werden.

Die Runkelrüben ſind während der Vegetation keinen beſon- dern Unfällen ausgeſett. Nur wenn die Dürre ſebr groß iſt, werden ſowohl die Blätter, als auch die Wurzeln klein. Wenn die Wurzeln ihre Vollkommenheit erlangt haben, ſo ſtellen ihnen die Mäuſe nach, die ſie ganz aushöhlen. Der dadurch verur- ſachte Verluſt iſt aber ſelbſt in dem-Falle, daß ſich in einem Herbſt viel Mäuſe finden, nicht beträchtlich,

Das Abblatten der Runkelrüben.

Es iſt ſehr gewöhnlich, daß man die Blätter der Runkelrü- ben, wenn dieſelben ihre gehörige Größe erlangt haben, die Wur- zeln aber noch nicht vollkommen ausgebildet ſind, ein oder auch mehrmals abbricht, um ſie als Viehfutter zu benutzen, und Viele ſchätzen dieſelben als ſolches ganz vorzüglich und behaupten, da- durch von den Runkelrüben die größte Maſſe von Futter zu ge- winnen. Es iſt eine ausgemachte Sache, daß die Wurzeln, wenn ihnen die Blätter vor vollendeter Augübildung entnommen wer- den, um ſo kleiner bleiben, und unvollkommner werden, beſon- ders weniger Zuerſtoff enthalten, indem die Blätter bey jeder Pflanze weſentlich zu ihrer vollkommnen Augbildung beytragen. In feuchten Jahren ſchadet das Abnehmen der Blätter den Wur- zeln weniger, und man gewinnt dann eine um ſo größere Maſſe von Blättern; in tronen Jahren aber werden die der Blätter beraubten Wurzeln ſehr unvollkommen und klein. Nach ungez fähren Berechnungen überwiegt zuweilen der Blätterertrag, der Maſſe nach, den Ertrag der Wurzeln; allein die größere Maſſe der Blätter vermag für die Qualität der geringern Maſſe der Wurzeln als Viebfutter nicht zu entſchädigen; denn das Vieh frißt zwar dieſe Blätter, bat aber keine» beſondere Neigung da- zu, und nach vielſeitigen aufmerkſamen Beobachtungen haben die vor geböriger Ausbildung der Wurzel entnommenen Blätter we- der als Milch:, noh als Maſtfutter einen beſondern Werth. Diejenigen Blätter dagegen, die dann abgenommen werden, wenn die Wurzeln ihre Ausbildung vollendet haben, ſind nahrhafter, indem ſie reifer ſind. Es ſind daher Viele gegen das Abblatten der Runkelrüben, Jn dieſer Beziebung iſt beſonders dasjenige ſehr beachtungswerth, was S< werz in ſeiner Anleitung ur Kenntniß der belgiſchen Landwirthſchaft B. 2. S. 68. ſagt:Die Blätter der Runfkelrüben, von deren mehrmaliger Benutung man ſo viel Weſens gemacht hat, ſind, außer bey den Schweiz nen und allenfalls bzy dem Federvieh, bey jedem andern Vieh von ſo geringem Werthe, daß ſie die Koſten des Blattens nicht bezahlen. I< nehme hiervon die Blättex aus, welche die nicht abgeblatteten Runkelrüben bey der Wurzelerndte ſelbſt geben, welches in eine Zeit fällt, wo es an anderm grünen Futter für das Milchvieh fehlt, und wo dieſe Blätter reifer, folglich auch nahrhafter ſind, als im Sommer. Und eben da trifft es ſich, daß die nicht geblatteten gerade noch einmal ſo viel Futter ab-

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