Bau der Feldfrüchte, 7. Abſchn.
July.
(260) anfangen, ſo werden ſie mit der Handhac>e beha>t, wobey zu- gleich alles Unkraut herausgezogen wird. Bevor ſie die Blätter augbreiten und das Feld überziehen, werden ſie noch. ein- oder zweymal beha>t. Thaer empfiehlt im 4. Bde. ſeiner rationellen Landwirthſch, S. 228, dieſes zweyte und dritte LoFern des Bodens mit dem Schaufelpfluge zu verrichten, und ſagt, daß ihnen ein gelindes Anhäufeln gegen die Meinung Einiger ſehr nütlich ſey. Es giebt in der That Viele, die gegen das Behäufeln der Run- kelrüben ſind, und ſich von den Nachtheilen deſſelben durch ge- machte Erfahrungen überzeugt haben wollen. Dagegen bebaup- ten Andere, ebenfalls auf Erfahrungen gegründet, daß durch ein mäßiges Behäufeln ſowohl der Ertrag, als auch der Zukerge- halt der Runkelrüben vermehrt würde. Sch werz ſagt in ſei- ner Anleitung zum praktiſchen' Aerbau Theil 2, S. 582: „„Das Entblößen der Pflanzen von Erde, wie bey den Waſſerrü- ben, halte ich der Erfahrung nach für überflüſſig, Im Jahre 1823 ließ ich einen Theil anhäufen, ohne Nachtheil davon zu bemex- ken, Sie waren im Nachſommer auffallend. laubiger und kräfti- ger von Anſehn, als die nicht gehäuften. Im Erirage gaben
eide einander nichts nac<. Da die behäuften um zwey Wochen ſpöter, als die andern gepflanzt worden waren, ſo bin ich geneigt zu glauben, daß“ ſie unter gleichen Umſtänden die nicht gehäufel* ten übertroffen haben würden.“= Scmalz ſagt im 1ſten Bande ſeiner Erfahrungen im Gebiete der Landwirthſchaft S. 159: „Auch das Runkelrübenfeld habe ich mit Pferdeinſtrumenten mit Vortheil bearbeiten laſſen.“ Leopold ſagt im Syſtem der tbü- ringiſchen Landwirthſchaft des 19ten Jahrhunderts' 2te Abthei- lung S. 53:„„Ehemals ſchlug man vor, bey dem Bebacen die Erde nicht an die Wurzeln anzuhäufeln, ſondern vielmehr da- von abzuziehen, um das Hervorſtreben der Wurzeln über die Erde zu befördern z; allein davon iſt man abgekommen; man hat geradezu, und läßt doch viel' lieber Erde an die Wurzeln ſich hinſchütten, als daß man ſie davon abziehen ſollte. Denn die- jenigen Wurzeln, welche geneigt ſind, über der Erde zu wach- ſen, werden es dennoch thun, und die, welche lieber in der Erde bleiben, werden doch nicht herauswachſen.“ Achard ſagt in der europäiſchen Zu>erfabrication S. 50, 6. 107:„Das Reinigen der bepflanzten Beete, welches man mit der möglichſt tiefen Auf- loFerung des Bodens zugleich verbindet, geſchieht mit der Kraut- hac>e, mit der man zugleich den Boden an die Pflanzen' zieht, - und ſie damit leicht behäufelt. Das Abziehen des Bodens von den Pflanzen muß man, wie ſchon. bemerkt, ſo wie die Verle- bung der Pflanzen, ſorgfältig vermeiden.“ Wenn ſchon die hier angeführten Autoritäten, welche alle auf praktiſche Erfahrung gegründet ſind, es außer Zweifel laſſen, daß ein mäßiges Be- bhäufeln den Runkelrüben dienlich ſey, ſo ſcheint es auch noch beſonders aus Folgendem hervorzugehen, Durch das Behäufeln wird die fruchtbare Erde, welche, in den Zwiſchenräumen zwi- ſchen den Pflanzen iſt, und denſelben von ihren nährenden Be- ſtandtheilen nichts abgiebt, weil ſie von den Wurzeln zu entfernt iſt, um die Wurzeln berangebracht, und dieſelben erbalten da- durch, indem die nährenden Beſtandtheile in ihrer Nähe mehr concentrirt ſind, um ſo mehr Nahrungstheile, und können ſich vollkfommner ausbilden, Die Anwendung des Schaufelpfluges


