Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Vegetation der Feldgewächſe. Mais.

(257) dem Stamme gelaſſen 3 in der Folge aber, wenn bin und wieder ſchon ganz reife Aehren bemerkt wurden, und die Körner im Ganzen ſchon eine größere Dichtigkeit erlangt hatten, wurden die Fahnen und auch alle übrigen, unter und an der Aehre befindlichen Blätter abgeſchnitten. Bey der Fütterung zeigten ſich die grü- nen Abgänge vom Mais als ein vorzügliches Milchfutter 3 beſon= ders wurden ſie gern von den Ochſen gefreſſen, die es dem ſchmackhafteſten Heu vorzogen und ſich in voller Arbeit dabey beſſer erhielten, als bey anderem Futter. Vier Ochſen oder ſechs Kübe konnten von einem ein öſterreichiſches Joch großen Aer durch einen ganzen Monat vollauf im Stalle gefüttert werden. Im grünen Zuſtande ſeyen dieſe Abgänge ein viel beſſeres Futter, als getro>net. Nächſt dem Vortheil der grünen Fütterung ge- währt das Entfahnen auch ganz beſonders den Vortheil, daß es das frühere Reifwerden der Aehren befördert,

In Rüdfſichten der Krankheiten, denen der Mais während ſeiner Vegetation ausgeſetzt iſt, ſagt Burger in ſeiner exwähn= ten Abhandlung über den Mais S. 242., hat er hierin einen beträchtlichen Vorzug vor den übrigen Getreidearten, daß er we- der dem Noß, Ruß oder Brand ausgeſetzt iſt, die uns öfter mehr als die Hälfte des Ertrags der Getreidefelder rauben. Nur eine einzige Krankheit, die aber dieſer Pflanzengattung ausſchließlich ei- gen zu ſeyn ſcheint, hat man bis jetzt an ihr entde>t, nämlich die Brandbeule, wobey irgend ein Theil der Maispflanze, am g2= wöhnlichſten die Aehre, aufſchwillt, mit einer ſilberfarb- glänzen- den Haut überzogen, und im Innern mit einer wäßrigen Feuch- tigkeit gefüllt iſt, die ſich mit der Zeit in ein ſchwarzes Pulver verwandelt. Dieſe Krankheit kommt übrigens nur ſelten vor, äußert nach angeſtellten Verſuchen keine nachtheilige Wirkung auf die Geſundheit, und die Maiskörner, die mit dieſem Staube um geben ſind, bringen, wenn ſie geſäet ſind, keine kranken Pflanzen bervor. S< werz ſagt im 2. Bande ſeiner Anleitung zum prak- tiſchen Akerbau S. 293, daß er im Elſaß im Sandboden noch eine andre Krankheit des Mais gefunden habe, welche in einem brandigen, braungefärbten, wie ein breitblättriger Buſch hervor- ragenden, wahrhaft monſtröſen Auswuchs beſtände, wodurch ein Theil oder das Ganze des Kolbens zerſtört werde. Inguten Maisjahren ſtelle ſich dieſe Krankheit häufiger ein, als in ſchled)- ten. Da aber immer nur einige Stö>e davon befallen würden, ſo ſey der Verluſt nicht beträchtlich.

Auch wird nach S<werz Theil 2, ſeiner Anleitung zum praktiſchen Akerbau S. 290, dem Mais eine Made nachtbeilig, welche ſich gegen die Zeit ſeines Körneranſates findet. Sie hat in dem Innern des Fruchtſtängels ihre Behauſung, und greift nicht bloß die ſich bildenden Körner, ſondern auch die Stiele an, welche die Hauptkolben tragen. Die von innen zernagten Stiele geben der Laſt des Kolbens nach, wodurch dieſe, wie eingeknikt, ſich vor der Reife abwärts ſenken. Dadurch wird nicht ſelten die Hälfte der Erndte zerſtört. Nähere Auskunft über dieſe Made kann nicht gegeben werden, ſo wie man auch ſchwerlich Mittel dagegen wiſſen wird.

Sowie ſich der Mais der Reife nähert, ſtellen ſich auch die Vögel wieder ein, und man muß dann alle Mittel anwenden,

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