Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
Seite
12
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7. Abſchn.

Bau der Feldfrüchte. July,

(256)

Später, nach. der. Blüthe, ſind die Pflanzen den Nachtheilen durch die Winde weniger unterworfen, weil ſie dann mehr erhär: ten, und denſelben leichter widerſtehen können.

Da der Mais, wenn er üppig wächſt, nahe- bey der Erde einige Schoſſen austreibt, die nur ſchwache, meiſt gar keine Kol: ben tragen, und ſowohl dem Hauptſtamme Kraft enehmen, als auch den Boden exſchöpfen, ſo reißt man daher die Seitenſchoſſen ab, und' läßt fie dem Vieh, als ein ſehr gutes Futter, zu Theil werden.. Auch ſchneidet man, nachdem die Befruchtung erfolgt iſt, den Wipfel mit der männlichen Blüthe ab, ſo wie man auch die überflüſſigen Kolben, oder Aehren, dexen-man in kräftigem Boden nur.etwa drey läßt, abnimmt und ſie ebenfalls als Vieh- futter benutzt. Dieſe verſchiedenen Arbeiten nimmt man gewöhn- lich auf einmal vor. Burger ſagt über das Abſchneiden der Wi= pfel und Blätter des Mais, welche Operation man auch das Entfahnen nennt/'in ſeinem ſchon oft angeführten Werke über ven Mais'S. 230, daß man dabey zweyerley Abſichten habe: eine

roße Portion Grünfutter zu gewinnen ,. und der Sonne einen Eeehtn Zutritt zu den Aehren zu verſchäſfen,: damit ſie in kältern Climaten dadurch früher zur Reife befördert werden, Man kön- ne beide Abſichten durch dieſe Operation erreichen, wenn man ſie mit den nöthigen Vorſichtsmaßregeln ausführe, und es käme dabey alles darauf an, genau den Zeitpunct zu beſtimmen, wann die Fahne des Mais, ohne der Ausbildung der Körner zu ſcha- den, und ohne ſelbſt ſchon vertrocknet zu ſeyn mit Sicherheit abgenommen werden dürfe, Die Befruchtung. des Mais ſcheine langſamer vor ſich: zu gehen, als bey vielen andern Pflanzen, we2 nigſtens ſähe mon noch viele Tage, nachdem der Blumenſtaub ſchon ganz entleert ſey, die Piſtille noch eben ſo glänzend und friſch, wie zu Anfange ihrer Erſcheinung. Es vergingen wohl 12 bis 14 Tage, bis dieſe ſilberfarbenen oder roſenrothen Fäden ſchlapp und welk wurden und endlich zu vertro>nen anfingen. Die Blumenrispe ſey um dieſe Zeit ſchon todt und farblos, und alles- Leben der Pflanze ſey in der Aehre concentrirt, um die be- fruchteten Körner auszubilden.- Vierzehn Tage nach dem Ver- blüben haben dieſe ſchon eine ſo beträchtliche Größe, daß ſie zur Hälfte aus ihren Bälglein herausſähen und nach Verlauf von 4 Wochen ſeyen fie in Hinſicht ihrer Größe vollkommen ausge» bildet. Würde man die Pflanze ihrer Fahne oder Blätter früher berauben, ehe noch das Korn ſich vollkowmen entwickelt babe, ſo nähme man ihr die nöthigen Kräfte zur Ausbildung der Frucht» körner. Nur dann, wenn die Körner der Aehre vollkommen ents= wickelt und ausgebildet ſeyen, und ihnen, außer Feſtigkeit, nichts mehr mangele, dürfe man die Fahnen abſchneiden, und könne ver ſichert ſeyn, daß hierdurch'dem Ertrage der Erndte oder der Bolls Fommenheit des Korns kein Schaden zugefügt werde, Ob Üübris gens der Stängel dicht über der Fruchtähre weggeſchnitten wür- de, oder ob über der lebten Aehre noch ein Blatt ſtehen bliebe, ſey ganz gleich, wenn dieſe Operation nur erſt dann erfolge, wenn ſich das Satnenkorn zu ſeiner völligen Größe ausgebildet habe; Da Übrigens der Herr Verfaſſer die Fahnen und Blätter ſeines Mais ſogleich grün verfütterte, ſo ließ er täglich nur ſo viel ab- ſchneiden, äls er zu verfüttern im Stande war. Anfangs wur- den bloß die Wipfel allein abgeſchnitten und alle aydern Blätter