Vegetation der. Feldgewächſe. Mais,
(253) bleibt, kommen die von vielen Inſecten unter die Erde gelegten Eyer auf die Oberfläche, und gehen über Winter durch Froſt und Näſſe zu Grunde. Naupen und Würmer, die in dieſer Jaäahreszeit nicht verdorben ſind, werden dann im Frühling größtentheils zer- ſtört, wenn der AFer noch zweymal gepflügt und dreymal geegt wird. Meine Aecer haben durch dieſe Thiere nie Schaden gez litten, ſelbſt nicht im Jahre 1806, als man ſich in Kärnthen allgez mein Über die Würmer in der Erde beklagte/ die große Stellen in den Maigäckern leer machten; woraus ich mit Recht ſchlie- ße(7 mein ſo eben angegebenes Mittel das wirkſamſte ſeyn mujje.
Wenn nach der Saat warme und feuchte Witterung eintritt, ſo geht der Mais, wenn er nur flach unter der Erde iſt, gleich als wenn man ein“ flach“ geſchnitienes und zuſammen gerolltes
rünes Papier in die Erde geſteckt hätte, in 10 bis 12 Tagen auf. zey kalter und naſſer Witterung. und wenn die Samen tief in die Erde gekommen ſind-, vergeben vis 16 und mehr Tage, ehe der Mais ſichtbar wird. War der Boden bey der Saat ſehr tr02 &en, ſo keimt der Mais nicht eher, als nach einem gehörig ein: dringenden Regen.
Man nimmt gewöhnlich an, daß der Mais als eine ſüdliche Frucht gegen die Kälte ſehr empfindlich ſey, und daß ihn ein Reif oder Froſt, die ihn in der Jugend treffen, gänzlich zerſtö: ren 3; allein B urger ſagt in ſeinem früher bemerkten Werte S. 197, daß dieſe Furcht gewiß mehr eingebildet, als gegründet ſey, und daß er nach allem dem, was er ſelbſt geſehen und beobachtet und von andern aufmerkſamen und verſtändigen. Oekonomen gehört babe, ein gewöhnlicher Reif, wenn er auch alle über der Ober- fläche des Ackers ſchon erſchienenen Blätter welken mache, im Ganzen nicht viel ſchade, weil nur die Spiten dex unterſten ſich immer größer entwi&elnden Blätter verwelken, die innern aber, jene nämlich, die in der Folge die obern Knoten des Stängels umſchließen, noch tief im Herzen der Pflanze verſchloſſen, unver- lebt ſeyen, So lange der Keimknoten lebend bleibe, gebe der Entwi>elungsproceß ungeſtört fort, und wie groß müſſe der Froſt ſeyn, wenn er ſo tief in die Erde eindringen, und ſo frieren ma- <en ſolle, daß die Wurzeln und das Herz davon getödtet wür- den? Schwerz ſagt zwar hierüber im 2. Band ſeiner Anlei- tung zum praktiſchen AFerbau S. 291, daß er geſtehe, daß er über dieſen Punct einer andern Meinung warz daß aber die oven-an- geführten Erfahrungen ihm keinen Zweifel daran erlaubten.
Ich möchte nach meiner Erfahrung dem von, Burger aufge- ſtellten Satze in ſofern. beypyflichten, daß derjenige Grad von Kälte, den man gewöhnlich Reif nennt, dem Mais nicht ſchade, Als ich in Oberſchleſien war, baute ich ſelbſt im Garten alljähr- lich etwas Mais; ein Pachtgärtner auf einem benachbarten Gute baute deſſen aber alle Jahre in beträchtlicher- Quantität auf ſei: nen: Deputatbeeten im freyen Felde. T< batte: den Samen von ihm, und ſte>te den Mais, ſv-wie er im freyen Felde, um die Mitte des Monat May. Reife, die gegen Ende May, oder im Anfang des Juny Statt fanden, ſchadeten meinem im Sarten, ſo wie| dem des Gärtners auf dem Felde gebauten Mais nicht, aber bey. einem Froſt, wo die Waſſerpfüzen auf dem Felde mit Eis überzogen waren, im Garten dagegen dieſer Froſt ſic) nur


