480 Bau der Feldfrüchte. 6, Abſ<n. Juny.
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Findet ſich die Naupe häufig im Anis, ſo iſt die ganze Erndte verloren, und ſelbſt das Stroh taugt nichts. Man empfiehlt dafür, alle diejenigen Anispflanzen, wo ſich dergleichen Raupen finden, alsbald auszuraufen und zu verbrennen, Hauptſächlich iſt es aber gerathen, nur dreyjährigen Samen zu ſäen, weil n M Zeit die in den Samen gelegten Eyer der Motte ab: terben.
Der Fetichel*). Vegetationund Behandlung während der Vegeta- tion bis zur Erndte.
Der Fenchel verträgt viel Kälte, wie dieß auch ſchon daraus hervorgeht, daß er über Winter im Freyen aushält. Hat man ihn vor Winter gepflanzt, ſo muß man im Frühjahre die einge- gangenen Pflanzen durch neue, die man mit der Erde an den Wurzeln an einem kühlen, dunkeln, aber trocknen Orte aufbe- wahrt hat, erſehen. Während der Vegetationsperiode muß man den Fenchel rein vom Unkraut erhalten, den Boden wiederholt lockern, und die Pflanzen etwas behäufeln, Der Fenchel ge: räth in mäßig feuchten, warmen Jahren am beſten,
Das Süßholz.
Vegetation und Behandlung während der Vegeta. tion bis zur Erndte,
Man muß das Süßholz, ſobald deſſen Sproſſen zum Vor- ſchein kommen, ſorgfältig vom Unkraut reinigen und den Boden wiederholt lockern. Manche pflegen in den Zwiſchenräumen zwi- ſchen den Reihen des Süßholzes andere Gewächſe anzubauen, Im Herbſt, aber nicht zu ſpät hinaus verſchoben, kann man das Kraut des Süßholzes, wenn es Üppig gewachſen iſt, mit Vor- ſicht mähen und zu Viehfutter benuten.
Die Rhabarber.
Vegetation und Behandlung während der Vegeta: tion bis zur Erndte.
- Die Samen der Nhabarber liegen lange, ehe ſie keimen. Iſt die Witterung tro>en, ſo muß man die Saat begießen. Die überflüſſigen Pflanzen werden vertilgt. Man muß, ehe ſich die Pflanzen gehörig entwickelt haben, ſorgfältig jäten, und den Bo- den lockern. Später, wenn ſich die großen, ziemlich weit aus- breitenden Blätter entwickelt haben, unterdrü>en dieſe das Un- kraut. Obgleich die Rhabarberſtöcke im Winter nicht leicht exrfrie: xen, ſo empfiehlt man doch, ſie im Herbſt mit kurzem Miſt zu bedec>en, und dieſen im kommenden Frühjahre um die Pflanzen berum einzugraben. Die ſtarken Pflanzen fangen im kommen- den Frühjahre ſchon zu blühen an. Die Hauptblüthe kommt aber erſt im dritten Jahre. Man muß den reif gewordenen Sa- men ſorgfältig ſammlen, damit er nicht ausfällt und zum Nach- theil der ältern Pflanzen aufgeht.
*) Siehe Encyklopädie Band 4. S, 362,
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