Teil eines Werkes 
1 (1831)
Entstehung
Seite
476
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6 Bau der Feldfrüchte. 6. Abſchn, Juny, (320)

Handelsgewächſe. Oelgewähſe, Der Mohn,

Vegetation und Behandlung während der Vege- tation bis zur Erndte.

Wenn der Mohn aufgegangen iſt, ſo muß man die zu dicht ſtehenden Pflanzen verdünnen. Die Pflanzen dürfen nicht dich» ter, als 6 Zoll, und in kräftigem Boden einen Fuß weit von einander ſtehen. Steht der Mohn zu dicht, ſo treibt ex nur kleine Köpfe und geringe Samen. Wenn der Mohn ſo weit her- angewachſen iſt, daß er 3 bis 4 Blätter hat, ſo muß er ſorgfäls tig gejätet werden, Das Bebaen iſt dem Mobn ſehr zuträglich, und beſonders dann, wenn man um die Mobnſtaude unten herum etwas Boden anzieht. Zeigt ſich nach dem erſten Jäten und Beba>en viel Unkraut, ſd muß wiederbolt gejätet und be» backt werden. Der%ohn verlangt zu ſeinem Gedeiben eine mäßig feuchte und mehr warme Witterung. Näſſe in der Blü-

the iſt ſeinem Gedeihen höchſt nachtheilig. Starke Stürme be- ſchädigen den mehr herangewachſenen Mohn, und ſtarke Re» gengüſſe verurſachen deſſen Lagerung, weßbhalb man in einigen Gegenden, um dieß zu verhindern, die Mohnbeete mit einem Geländer von Stangen umgiebt.Wenn ſich der Mohn ſeiner Reife nähert, ſo gehen ihm Mäuſe, welche den Stängel unten zernagen, ſo daß er umfallen muß, und die Vögel ſehr nach. Die Vögel muß man durch aufgeſiellte Vogelſcheuchen abzuhals ten ſuchen.

Die Sonnenblume.

Vegetation und Behandlung während der Vege: tation. bis zur Erndte.

Die Samen gehen nach 3 oder 10 Tagen auf, und die Pflans zen ſehen beym Aufgehen den Gurkenpflanzen ähnlich. Wv die Pflanzen zu dicht ſfiehen, muß man ſie herausnehmen und an die zu dünn ſtehenden Stellen verpflanzen. In dex erſten Ves getationgperiode liebt die Sonnenblume eine mehr feuchte Wit- terung; und wenn es- daher ſehr trocken iſt, ſo muß man die Pflanzen begießen. Das Jäten und Behaen, wobey man etwas Boden um die Pflanzen herum anzieht, iſt durchaus nötbig. Wenn man in Reihen geſäet hat, ſo kann man auch den Schau- felpflug in Anwendung bringen. Haben die Pflanzen die Höhe von 2 oder 3 Fuß erreicht, ſo nimmt man ihnen alle ſchwachen Febenſtängel, und alle aus den Blattwinkeln oder dem Haupt- ſtamme hervorkommenden Augen, ſo daß der ganze Stamm nur etwa 4 bis 5 Blrimen hervorbringen kann. Sobald ſich die Blu- menſcheiben ausgebildet haben, iſt der Sonnenblume mehr trockne und warme Witterung angemeſſen. Auch Stürme ſchaden ihr dann ſehr, und die Pflanzen werden, wenn die Sonnenſcheiben ſehr groß ſind, nicht ſelten gänzlich umgeworfen. Wenn die Samen zu reifen anfangen, ſo muß man ſie vor den Vögeln, die ihnen ſehr nachgehen, ſchüßen.

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