Teil eines Werkes 
1 (1831)
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Vegetation der Feldgewächſe, Erbſen.

(315)

- Erbſen durchwachſen" laſſen, wodurch der Boden feucht erkalten

wird, nächſtdem aber auch noch das Anfaulen des Erbſenſtängels am Boden verhindert werden ſoll. Wer hinlänglichen Borrath von Stroh hat, möge dieſes Verfahren immerhin in Anwendung bringen, es kann den beabſichtigten Zwe erreichen, wenn das Stroh nicht vorher, ehe es von den Erbſen durchwachſen iſk, vom Winde entführt wird.

Wenn die Erbſen aufgegangen ſind, ſo lieben ſie es, wenn die Witterung noch bis dabin, wo ſie ſich mehr ausgebildet haben, und dem Erdfloh entwachſen ſind, mehr feucht und kühl iſt. Jſt die Witterung dagegen trocken, ſoy werden ſie im Wachsthum ſehr zurückgehalten, das Unkraut holt ſie ein, und die ſich bey* trock: ner Witterung häufig zeigenden Erdflöhe freſſen ſie ab, Während der Blüthe verlangen die Erbſen viel Feuchtigkeit, und ſelbſt ane haltende Näſſe ſchadet nicht, da der Bau ihrer Blüthen ſie gegen alles-Eindringen der Feuchtigkeit ſchützt. Bey trockner Witterung vertrocknet dagegen die Blüthe, ohne anzuſetzen. Ganz beſonders nachtheilig iſt während der Blüthe der Mehlthau, der die größten Hoffnungen zu einer guten Körnererndte oft in 24 Stunden zerz ſtört. Die von dem Mehlthau befallene Blüthe fällt[ab, obne an- geſett zu haben. Auf den Mehl- und Honigthau verweiſen wir weiter unten.

Nach dem Abblühen iſt der Erbſe mehr tro>ene Witterung günſtig, wobey ſich die Samen vollkommen augsbilden. Bey naſſer Witterung behalten die Erbſen die Neigung zum Fortblü- ben, lagern zu ſehr auf den Boden und faulen dann leicht. Uebrigens ſcheint zuweilen auch ein beſonderer Luftzuſtand vor- banden zu ſeyn, der auf eine noch unbefannte Weiſe das An- ſezen der Erbſen verhindert z denn oft iſt die Witterung dem Ge- deihen der Erbſen anſcheinend ganz günſtig und ſie mißrathen dennoch,

Um das Lagern der Erbſen zu verhüten und durch eine freyere Einwirkung der Luft das Anſeten von Körnern zu vermehren, iſt das Stiefeln mitunter gebräuchlich. Man hält es jedoch beym Anbau der Erbſen im Großen nicht für ausführbar, und beſonders aus dem Grunde, weil die Erndte dadurch ſehr erſchwert wird. v. Sch werz ſagt hierüber im zweyten Bande ſeiner Anleitung zum praktiſchen Ackerbau S. 331 Folgendes:Eine ſehr lohnende, nur leider im Großen ſchwer ausführbare Pflege, die man den Erbſen angedeihen laſſen kann, iſt das Stiefeln oder Beſtecken mit Reiſig, wobey Stroh und Körner ſehr gewinnen, Es erx- ſchwert aber auch nicht wenig die Erndte, Man verhindert Letz: teres und erreicht denſelben Zwe, und zwar mit wenigen Ko- ſten, wenn man ſtatt des Reiſigs einfache Ruthen, Gerten, nimmt, ſie ſchräg in den Boden ſte>t, und ſie oben etwas einz: knickt, Dabey wird an Holz erſpart und die Erndte bey der Ar: beit erleichtert.

Ein beſonders den Erbſen ſchädliches Unkraut iſt der ſogenann- te Erbſenwürger, Orobanche major, eine Schmarobterpflanze, die ſich hauptſächlich an den Wurzeln der Erbſen, aber auch anderer Hülſenfrüchte anſetzt, und ihnen die Nahrung entzieht, Dieſe vflanze treibt einen 6 bis 7 Zoll langen, blätterloſen markigen

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