468 Bau der Feldfrüchtoe. 6, Abſchn. Juny.
(312) verdiente eine Wiederholung. I< weiß wohl, daß einige Vera ſuche der Art mißlungen ſind; allein da lag wohl die Schuld an der Behandlung, oder vielmehr an dem zu weit hinaus geſcho» benen Umpftügen des ſchon. fingerlangen Hafers. Der von mix angeführte Verſuch ſpricht aber von dem Umpflügen nach 8 Taq« gen und nicht nach 3 Wochen.“
Auch hat man, um den Hedrich zu vertilgen, es damit ver- ſucht, daß man den Hafer mit dem Hedrich zugleich abmäbete; allein auch dieſes Mittel hat den gewünſchten Zweck nicht erfüllt, denn es fand ſich dann um ſo mehr Hedrich." v. S<hwerz ſagt in dieſer Beziehung in. dem zweyten Bande ſeiner Anlettung um praktiſchen Ackerbau S. 249 Folgendes:„Eins der Hohen-
eimer Felder, das erſt im Jahre vorher übernommen worden, wurde mit Hafer beſäet, und ſpäter gejätet. Es ſtropte aber an einigen Stellen ſo mit hier weißblühendem Hedrich, daß kein Hafer darunter zu erkennen und das Augjäten wohl pbyſiſch, aber nicht vfonomiſch möglich war. Ich ließ daher mähen. Dex Hafer kam, freilich etwas ſchwächer, wieder; aber der Hedrich, der ſchon abgemähete nämlich, kam auch, und trieb viermal ſo viel, doch ſchwächere Aeſte, als vorher.“
Nächſt dem Hedrich ſchaden dem Hafer auch ganz beſonders der Flug: oder Taubhafer und die Wucherblume z finden ſich dieſe Unkräuter in ſehr großer Menge, ſo iſt der Hafer durch kein Mittel von ihnen zu befreyen, und es bleibt dann zu ihrer Bertilgung nichts weiter übrig, als zu mähen und das Land Umzupflügen.
Als vas ſicherſte Mittel, dieſen Unfräutern zu begegnen, emz=
fiehlt man das Zurichten des Landes vor Winter, und dieſes eittel iſt auch in der That das erfolgreichſte, um reinen Hafer u bekommen. v, Schwerz ſagt hierüber im zweyten Bande Fe Anleitung zum praktiichen Ackerbau S. 250:„Das we- nig oder vielmehr gar nichts koſtende und doch, ſehr wirkſame Mittel gegen das Samenunkraut, iſt die völlige Zurechtlegung des Bodens vor Winter. Schon im Jahr 1805 zeigte mix ein Freund auf ſtrengem Lehmboden mehrere Haferſtücke, die ſebr rein und ſchön ſianden, ſtart daß andere dazwiſchen liegende mit He- drich überſaer waren. Er rklärte, daß er gedachte Stücke vor Winter habe zur Saat pflügen laſſen, und daß dieß das wirk» ſamſte Mittel ſey, reines Sommergetreide zu erhalten, Dieſes wurde mir nachher noch an mehreren Orten beſtätigt. Wer es alſo thun kann, der thue es.“
Das Schröpfen des Hafers iſt nur in ſehr ſeltenen Fällen nöthig; denn ſelten wird ihm ſo kräftiges Land angewieſen, daß Lager zu beſorgen wäre; und in einem ſehr kräftigen Boden wächſt der Hafer auch um ſo ſtärker und ſteifhalmiger, daß er nur jelten zum Lagern kommt.
Der Hafer iſt gegen die Kälte weniger' empfindlich, als die andern Sommergetreidearten; und werden ſeine Spitzen“ auch roth, ſo erholt er ſich doch bey günſtiger Witterung ſehr baid. Auch verträgt er größere Näſſe 3 iſt dieſelbe jedoch ſehr anhaltend, ſo leidet er. Im Allgemeinen geräth der Hafer in feuchten, maßiz warmen Jahren viel ſicherer, als in tronen ünd ſehr warmen.
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