Teil eines Werkes 
1 (1831)
Entstehung
Seite
467
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RN| Vegetation der Feldgewächſe, Hafer. 467 be(311) MEIM gebliebenen Körner vermälzen, oder gehen ſehr ſpät auf, ſo daß 2 Ww, der Hafer gewöhnlich immer ſehr doppelwüchſig iſt. Cs iſt dem 3500' Hafer ſehr zuträglich, wenn bald nach ſeiner Einſaat ein warmer : ſi, Di Regen erfolgt, wodurch ſein gleichmäßiges und dichtes Aufgehen 465 verurſacht wird, was beym Hafer um ſo wünſchenswertber iſt. Tr Gei Das Egzen des Hafers iſt ſehr gebräuchlich. Findet nach mähen,|| der Saat ein ſtarker Regen Statt, der den Boden ſehr zuſam- "|: menſchlämmt, ſo eggt man. alsbald, wenn der Boden nur ge- > börig abgetro>net iſt, und walzt hierauf mit einer ſchweren Walze. Gewöhnlich eggt man aber den Hafer dann, wenn er > Begt:| etwa einen Finger lang iſt. Das Eggen bekommt ihm ſehr wohl 3 | denn wird auch ein Theil der Pflanzen herausgeriſſen, ſo bes 1 ſchnell! ſtoXen ſich die übrig bleibenden um ſo ſtärker, ihre Halme wer- » zn Fröf den um ſv ſteifer, und der Hafer"gewinnt einen bedeutenden 40 Vorſprung vor dem Unkraute. Gänz beſonders iſt das Eggen Zn v vl des untergepflügten Hafers zu empfehlen. E fi| Hat man den Hafer nicht unmittelbar nach der Saat gewalzt, 4E) ſyätere| ſo walzt man ihn dann, wenn er einen Finger lang iſt. Dieſes > härtt| Walzen des Hafers iſt in Sachſen ſehr gebräuchlich, und man WM 1agegen,| walzt dann, wenn die Pflanzen anfangen, Nebenſproſſen zu trei- DI eträchte ben. Man befördert durch dieſes Walzen ganz beſonders das YD eit ge:| Beſto>en des Hafers, und verhindert das allzu ſchnelle Schoſſen

6 Mays deſſelben bey warmer Witterung, indem durch das Niederdrücken das Streben der Pflanzen nach der Höhe vermindert, das Aus:

. Deed breiten nach den Seiten aber vermehrt wird. Man nimmt das 5 Ef ihn Walzen bey trockner Witterung, und bey einem tro>nen Zuſtande ) 3/Gerſte; des Bodens vor, und wählt dazu nicht zu ſchwere Walzen, FE mann Unter den Unkräutern iſt der Hedrich ein beſondever Feind St wird, des Hafers. Trifft man es mit dem Eggen ſo glücklich, daß pP irweizen| der Hedrich ſein erſtes Samenblättchen entwickelt hat, was 1e* 2 E geil if doch nur von der das Eggen-begünſtigenden Witterung abhängt, mE mend ſv vertilgt man den Hedrich größtentheils. Hat der Hedrich 1e- <zrod viel| doch bereits mehrere Blätter getrieben, und ſich mit ſeiner ſpin? Dm ihm,| delfsrmigen Wurzel feſtgewurzelt, ſv iſt das Eggen vergeblich 3 denn man eggt eher den Hafer, als ihn aus. Man hat deßhalb =, Goin: mehrſeitige Verſuche gemacht, und den aufgegangenen Hafer um- Dal dit:| gepflügt- gewöhnlich, wenn er einen Finger lang war, damit Es; denn er bald wieder ohne Unkraut ausſchlage: allein der Erfolg davon wt ober| war nicht immer günſtig, indem dieſe Operation Einigen geglückt, in ſehr| Andern dagegen gänzlich mißglüt iſt, indem nur wenig Hafer, Dd ganz|? aber deſto mehr Unkraut hervorkam. x Ach:" v. Schwerz ſagt im 2. Bande ſeiner Anleitung zum praksz | Som:||. tiſchen A>erbau S. 247 hierüber Folgendes:Auffallend iſt fol: <tr, gendes, freilich einzelnes Beyſpiel. Zu giner Zeit, wo wegen So: einfallenden, lange anhaltenden Regenwetters die Ausſaat des Hafers ſich bis in den May verſpätete, ließ ein Landwirth im Paderboruſchen den ganzen Haferſchlag, durch Anſtellung mehre- | rer Säeleute, auf einmal beſäen, eineggen und 8 Tage nachher Becht unterpflügen. Auf letzteres wurde dann geeggt /und gewalzt. Der Erfolg davon ſoll zum Theil außerordentlich geweſen ſeyn. Sit, Wucherblumen und Hedrich wurden ſo unterdrückt, daß ſie dem + 1 hege Hafer nicht mehr zu ſchaden vermochten. Auch dieſer Verſuch