Teil eines Werkes 
1 (1831)
Entstehung
Seite
21
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Abſ<hn. Januar. (313)

Bey allem Samen kommt es auf die gehörige Ausbil 2808; Reife und Geſundheit, ſoy wie auf die vollkommene Keimfal hig: feit an. Unvollſtändig ausgebildete ND nicht vollfommen reife Samen können zwar Keimtraft ha ben; allein ſie bringen ge- wöhnlich Pflanzen hervor, welche bey nicht völlig günſtiger Wit- terung kränteln und DUE wenigſtens eine Anlage? zur Kränk= lichfeit und Schwächlichkeit haben. Man muß den Samen nuv von den volltommenſte n Pflanzen wahlen/ und Überhaupt auf diejenigen Pflanzen, welche zur Samengewinnung beſtimmt ſind, die größte Sorafalt GENBEULeN damit ſie die: nöthige Bol(Eoin menheit erlanzen.. Der gewonnene Samen muß mit der mdbg= DE ſten Sorgfalt von allen unvollſtändigen Samenkörnern und

- den Unkrautſämereyen gereinigt, und vor Feuchtigfeit und EMIAnG: oder davor, daß er nicht dumpfig und mulſtrig werde, bewahrt werden, weil dadurch die Keimfähigkeit ganz verloren geht, oder* wenn dieß nicht der Fall iſt, doch nur küminerliche und ſchwächliche Pflanzen hervorkommen. Die Kennzeichen ei- nes vollkommenen und geſunden Samens ſind: daß derſelbe glänzend, voll und geruchlos ſey.

Um guten Samen zu erhalten, iſt es nothwendig, Oe ben bäld nach der Erndte von den Pflanzen zu trennen, damit er nicht' durch die denſelben immer inwohnende Feuc htigkei t erhißt werde, und ihn an trocknen[uft gen Orten ganz dünn aufzuſchüt- ten und vft Umzuwenden, damit er gehorig abtrockne und keine Selbſterhipung und'Dumpfia- und Mulſtrigwerden erfolge.

Eine öftere Verwechsiung. nnd Erneuerung des Samens häal- ten viele SLI zUr Erzielung reicher Erndten unumsgäng- lich nothwendig 3 allein dieß iſt nicht unbedingt erforderlich, wenn man nur auf die Gewinnung. des eignen Samens die größte Sorgfalt verwendet. Doch arten viele durch beſondere Sorgfalt in der Cultur und durch günſtige örtliche Verhältniſſe en ugte Abarten der Feldgewächſe, unter veränderten Umſtänden, auch) bey der ſorafältigſten Su aus, und müſſen von Zeit zu Zeit durch Verwechslung des Samens erneuert werden, wen. fie nicht gänzlich augarten ſollen.

Will man fremden Samen nehmen, ſo-wähle man ihn aus denjenigen Orten, wo- das'"Gewächs vollkommen zu gerathen pflegt, und nehme beſonders Rückſie ht auf. ſeine Geſundheit und Keimfähi gkeit. Auf den Boden ſcheint es hierbey weniger an- zufommen, dagegen muß das Clima ganz beſonders berückſicht nigt werden, und man muß- nie aus wärmern Gegenden Samen für fältere wählen,

Die Sameneiniger. Gewächſe behalten ihre Keitnfähigkeit, wenn ſie gut aufbewahrt werden, ſehr l lange, wogegen die von andern dieſelbe ſehr bald verlieren, und. ſie dürfen nm Über- jährig werden,"wenn ſie noch zur Saat taugen ſollen: Bey denen, welche ſich länger halten, findet.man, daß nür die voll- tommenſten Samen die Keimfa higfeit behal(ten, die unvollfom- menen und fkümmerlichen dagegen ſie ſehr bald verlieren, umd hierauf beruht hauptſächlich der Vorzug, welchen älterer Sämen bey: manchen Gewäc hſen vor dem friſchen zur Fortpflanzung be- hauptet, indem aus ſelbigem nur geſunde Keime hervorfommen, denen Raum und Nahrung durc Schwächlinge, die doch zu

keiner Vollkommenheit gelangen, nicht geraubt wird, auch

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