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4. Abſ<hn. Januar, (311) Die zenaue Kennkniß der Feldgewächſe in Hinſicht ihrer Natur, Eigenſchaften, wozu ſie gebaut werden, wozu ſie nüßzen,
Die verſchiedenen Feldgewächſe werden zu manchertey Be- dürfniſſen gebraucht, die ſie entweder durch. ihre Wurzeln, Blät2 ter, Stängel, den Baſt derſelben, ihre Blüthen, oder Samen be friedigen- Bey einigen erlangen diejenigen Beſtandtheile, die von ihnen gebraucht werden, die gewünſchte Vollkommenheit nur durch die vollkommenſte Ausbildung der Pflanzen 3; dagegen dür» fen andere Pflanzen nicht zu üppig und vollkommen wachſen, wenn diejenigen Beſtandtheile, derentwegen ſie gebaut werden, die nöthige Vollkommenheit erlangen ſollen, oder ihr Wachsthum muß ſo geleitet werden, daß nur diejenigen Theile, welche ge- braucht werden, ſich am vollkommenſten ausbilden. Es iſt alſo zuvörderſt eine genaue Kenntniß derjenigen Feldgewächſe, welche man anbauen will, in Hinſicht ihrer Natur, Eigenſchaften, wo» zu ſie gebaut werden und wodurc ſie nüßen, nothwendig, weil ſich hierauf hauptſächlich die Art und Weiſe ihrer Cultur grändet.
Die Kenntniß von der Natur und Beſchaffenheit der Pflan- zen im Allgemeinen lehrt die Botanik, auf welche" wir verweiſen müſſen. Die ſpecielle Kenntniß von der Benupung der Feldges wächſe und ihrer Beſchaffenheit, um den Endzwe&>, zu welchem ſie gebaut werden, vollkommen zu erfüllen, iſt dagegen der In= halt dieſer Abtheilung, und muß bey jedem einzelnen Gewächs genau erwogen werden.
Welchen Boden und welches Clima die Feldgewächſe vers langen, und wie der Boden zugerichtet ſeyn muß.
Daß jedes Gewächs einen eigenthümlichen Boden und be- ſonderes Clima verlangt, wenn es zur Vollkommenheit gelangen ſoll, iſt bereits bey der Wahl der Feldgewächſe zum Anbau an- geführt worden, ſo wie, daß, wenn Clima und Boden der Natur des Gewächſes nicht entſprechend ſind, daſſelbe, auch bey der ſorgfältigſten, Anwendung alter Culturmittel, nur unvollfommen wird. Es iſt aber nicht genug zu wiſſen, in welchem Boden und Clima die Pflanzen nach ihrer Natur zur Vollkommenheit gelangen, ſondern es iſt auch nöthig zu wiſſen, welche Einwir2 ungen dieſelben nach ihrer Verſchiedenheit auf die Qualität der- jenigen Theile der Pflanzen äußern, welche gebraucht werden, weil nur durch die beſte Qualität, verbunden mit der größten Quantität des zu erzielenden Productes der höchſte Reinertrag vom Feldbau erfolgen kann.
Ein beſtimmtes Normalclima und ein beſtimmter Normal- boden für jedes Gewächs laſſen ſich nicht annehmen: denn die Erfahrung lehrt, daß Gewächſe in verſchiedenem Boden und Cli= ma bey ſorgfältiger Cultur zu gleicher Vollkommenheit gelangen 3 es giebt jedoch gewiſſe Normen, unter welchen dieſelben nicht ſtehen dürfen, wenn aus dem Anbau eines Gewächſes ein bes ſtimmter Gewinn. hervorgehen ſoll. Nächſt der natürlichen Be- ſchaffenheit des Bodens iſt bey der Pflanzenculiur auch. darauf Rückſicht zu nehmen, in wiefern er" verunkrautet iſt, das Wachs- thum der Unkräuter begünſtigt, und welche Unkräuter die vor»
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