Teil eines Werkes 
1 (1808) welcher den dritten und vierten Theil des Originals enthält
Entstehung
Seite
543
Einzelbild herunterladen

1.404545

Es folat hieraus, daß, wenn man Hefen in'zu großem Maaße zu einem Decocte von Roggenmehl thutdie Gährung, nachdem ſie den wenigen Alfohol, den die kleine Quantität Zucker, die der Noggen enthält, zu liefern im Stande iſt, entwickelt, die gährende Maſſe ſogleich in das Saure umſchlagen läßt. Man kann hierüber einen Verſuch machen, der keinem Zweifel Naum läßt.

I< nahm Roggenmehl, und machte mit kaltem Waſſer einen Teig daraus.

Dann rührte ich dieſen Teig nach und nach mit koc<endem Waſſer ein/ und gab ihm die Conſiſtenz eines Breyes, der ſich mit der Spatel, wie Syrup in Fäden ziehen ließ.

Hierin mengte ich ſorgfältig Bierhefen, in dem Verhälta niſſe von 2 auf 100.

Das Gemeuge fing hierauf augenbli>lich an zu ſchwellen es entwicelte ſich) viel Kohlenſäure, und in einigen Stunden legte ſich die Bewegung,

Die Flüſſigkeit roch nach Alkohol,

I<" rührte das Gemenge um, und nach einigen Stunden nahm es einen ſehr merklich) ſauren Character an. Die Säure vermehrt ſich mit jedem Tage, und nimmt vierzehn Tage hinz2 durch zu, vorzüglich, wenn man die Vorſicht gebraucht, das Gemenge oft umzurühren,

Die Gährung der Körner unterſcheidet ſich wenig von der des Traubenſaftes, und wenn man ſie dieſer letztern nahe bringt, ſo findet man eine Beſiätigung der aufgeklärten Grundſäße.

Der Zuder ijt entweder gar nicht oder in zu kleiner Quane tität in den Körnern vorhanden, um die Reſultate einer Wein2 gährung erwarten zu können, wenn man ſie ohne ein vorher? gängiges Keimen dahin bringen will.

Das Keimen entwickelt den ZuFerſtoff in allen Körnern, weil nach den Verſnchen des Herrn Th, v. Saujſſüre ſich bey dieſer Operation Kohlenſäure producirt ,- weiche aus der Vers bindung des Sauerſtoffes der Atmosphäre mit dem Kohlenſtoff der Körner eutſteht, ſo daß durch die Entfernung des Kohlen? ſioffs, der Zu&erſtoff ſich bildet,

In dieſem Zuſtande aber muß man mit der Zerſeßung der Körner inne halten, wenn man will, daß ſie zur Weingah2 rung taugen ſoll; denn nach dieſem erſten Akt des Keimens, zer? ſidren den Wachsthum der Pflanze und die fernere Zerſetzung des nicht in, der Erde befindlichen Sagmens den entſtandenen ZuFer,

und