GRONNIS INTER Fünf und zwanzigſtes Kapitel.
Von der Gährung.
Unter dem Begriffe Hährung verſteht man die innerliche Bewegqung, die ſich unter den Grundſtoffen thieriſcher und vege- rabiliſcher Körper erzeugt, wenn ſie ihres Lebens beraubt ſindz die Gährung zerſidrt die Körper, und veranlaßt neue Produkte,
Man hat ſich hauptſächlich mit der Gährung beſchäftiget, welche iür die Künſte nützliche Erzeugniſſe, liefert, und theilt dieſe in die Wein- und in die ſaure Gährung ein, nach Vers ſchiedenheit des Reſultats, welches ſie darbietet.
Wir verdanken Herrn 8abroni aus Florenz die erſten ge? nguen Begriffe über die Weingährung.
Die Auvarbeitung dieſes berühmten Chemikers iſt im Jahre 1785 von der dconomitchen Akademie in Florenz gefröni wor? den, und befin"et ſich in einer von. ihm ſelbſt bekannt gemach? ten kurzen Abhandlung über die Bereitung des Weins.
Er hat bewieſen, daß die Traube aus zwey Subſtanzen beſtehe, die iſolirt in jedem Korn derſelben 9»orhanden ſind, und' die wan nicht mit einander vermengen darf, ohne daß eine gährende Bewegung entſiehe.
Eine dieſer Subſtanzen iſt der Zu>er, der in den Zellen zwiſchen dem Centro und der Rinde ſit.
Die andere iſt eine vegeto- animaliſche, dem Gluten des Waißens ähnliche Subſtanz, und befindet ſic) in den Membra- nen, welche die Zellen von einander ſcheiden, in denen die ver? ſchiedenen Füſſigkeiten ſind.
Herr Fabroni hat ſich davon überzeugt, daß der Trau? benſaft durch Stilliehen einen Bodenſatz abſelzt,.der das Fünf» theil ſeines Olvichtes ausmacht. Er fügt hinzu, daß, wenn man dieſen Saft einer ſtarken Wärme ausſeßt, man dem
GrundſioFe Conſiſtenz gebe,'und den Saft ſodann durc) das Filtrum ganz herausziehn kdnue.
Er behauptet ferner, daß, wenn der Saft! von dieſem Grundſtoffe ganz frey gemacht worden, er keiner Gährung weiter fähig ſey, und daß man ihm die Eigenſchaft, zu gähren, nur dadurch wiedergeven könne, daß man ihn aufldſe, und ihm etwas von dem erwähnten Grundſtoffe zurüFgäbe=).
Noch *) Jh habe dieſe Reſultate beſtätigt gefunden, indem ich den Erträct von Traubenmoſt, dep man den harzigen nennt, in Wajijer


