Heut zu Tage nimmt man allgemein, ſtatt der Schwee fel-, Eſſig- und anderer Säuren, die branſtige Holzſäure, die mau aus der Deſtillation der Pflanzen in reichlichem Maaße erhält, und ſich mit vieler Erſparniß an allen den Oertern verſchaffen kann, wo die Verkohlung von Holze im Großen geſchieht.
Dieſe Säure, die, nach der Analyſe der Herren Fourcroy und Vgauquelin, nichts iſt, als Eſſigſäure, die eine gewiſſe Quantität Oel in Aufldſung hält, har zwiefache Vorzüge; zus erſt den, daß ſie dem Künſtler ein gures Aufldſangsmititel zu einem geringen Preiſe liefert; und dann den, daß ſie einen dligen Stoff mit ſich führt, welcher eine vortreffliche Beißze für den Cattun abgibt. Es iſt alſo nicht auffallend, daß man ihr den Vorzug bey Verfertigung der Beize zum Schwarz gibt.
Es gibt Fälle, wo die Verwandtſchaft der Beitzen durch andre Subſtanzen vorbereitet wird, die ſie hervorbringen.
Der Alaun zerſeßt ſich ſchwer und unvollkommen auf den thieriſchen Zeugen, wenn nicht Weinſteinrahm ſeiner Wirkung zu Hülfe kommt.
Er zerſetzt ſich ferner-nicht merklich auf Pflanzenmaterien; aber Oel und Galläpfel, in die man ſie taucht, befördern dieſe Zerſetzung.
Die complicirteſte Beiße, die man in der Färbekunſt kennt, iſt die: des Roths von Adrianopel(Türkiſchroth); man fängt damit an, daß man die Cattune mit einer Seifenaufldſung be- neßt, in der ſich Oel im Uebermaaß befindet, und die mit thie- riſcher Materie vermengt iſt; man gallet und alaunt ſie ſodann, woraus ein Compoſitum der drey Stoffe(des Oeles, Gerbſtoffes, und der Alaunerde) entſiehet, welches dergeſtalt feſt an der
Baumwolle hänget, daß man es durch kein Waſchen davon hin» wegbringen kann*),
Siebenter Abſchnitt,
Vom Färben der Zeuge,
Wir haben bereits gezeigt, auf welche Weiſe man die ver- ſchiedenen Färbeſtoffe extrahiren könne; wir haben ferner ge- lehrt,
*) Siehe mein Memdire über dieſe Beiße im 2kten Bande der Samm- lung der Memoiren des Inſtituts+). Anm. d. V.
|) Verdeutſcht findet fich dieſer Aufſas in Hermbſtäd t's Magazin für Järder 2c. 554


