Jederman weiß; daß, wenn man Schwefel inder atmosphä- riſchen Luft verbrennt/ ſich daraus eine ſehr flüchtige, pikante, einen erſtienden Geruch an ſich tragende, ſaure, und zur Ver- bindung mit alkaliſchen. Baſen geſchite Subſtanz, entwielt,
Srahl, der uns nicht/allein das-Mittel dieſe Säure zu er- zeugen, ſondern die Natur der Verbindungen, deren ſie haupt» ſächlich fähig iſt, kennen gelehrt hat, nannte ſie ſchweflichte Säure,(Spiritus ſulfuris per campapam).
Man bereitet die ſchweflichte Säure durch reines und ein- faches Verbrennen des Schwefels, oder durc) Desoxrygenation der Schwefelſäure, durch Metalle, Phosphor und Kohlenſtoff.
Durch dieſe leßten Proceduren jedoch, gewinnt man ſelten ſehr reine ſ<weflichre Säure, weil die Metalle das Waſſer zer2 ſetzen“, und ſich alſo Waſſerſtoffgas, gemiſcht mit der ſchweflich- ten Säure, entwickelt.
Die Herrn Fourcroy und Vguquelin, denen wir wichtige Erfahrungen über die ſchweflichte Säure verdanken, deſtilliren einen Theil Quedſilber mit einem Theil concentrirter Schwes felſäure; man fängt, nach ihnen die Schwefelſäure, die in ihrer natürlichen Geſtalt aufſteigt, in eine erſte Flaſche Waſz- ſer auf, während das ſchweſlichſaure Gas ſich in einem umge» kehrten Gefäße in das Queckſilber, oder in eine zweyte Flaſche Waſſer zieht; je nachdem man nun wünſcht, es in der Gejialt als Gas, oder in Flüſſigkeit zu haben,
Wenn es darauf ankommt, die ſchweflichte Säure zum Gebrauche der Künſtler oder Handwerker zu entwi>keln, wo es keines ſo hohen Gradev von Reinheit bedarf, ſo deſtillirt man die Schwefelſäure mit Sägeſpänen oder geha>tem Stroh.
Die ſchweflichte Säure hat einen ſtarken, durchdringen- den Geruch.
Sie iſt weder fähig zum Einathmen noch zum Berbrennen;
Ihre ſpecifiſche Dichtigkeit beträgt nach Bergmann 0,00246, und nach“ Lavoiſier 0,00251.
Der Cuvikzoll davon wiegt 1,508 Gran(10,83638 centim. Cubus). Ihr Geſchma> iſt ſtarf, hitzig, pikant, ſauer, uns angenehm, in der Kehle brennend, und zum Huſten reißend.
Die ſchweflichre Säure zerſeßt die Salpeterſäure; ſo auch in oxydtrte Salzſäure, und geht in den Zuſtand der Schwefel- aure über. y
Die ſc<weflichte Säure verbindet ſich mit Alkalien und Er- den,-;Die Herrn Lerthouer, TFourcroy und Vgauquelin haben dieſe Verbindungen kennen gelehrt, Im
-“x


