Teil eines Werkes 
1 (1808) welcher den dritten und vierten Theil des Originals enthält
Entstehung
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Die Kohlenſäure beſizt'alle charakteriſtiſche'Kennzeichen der

Säuren;"x) ſie rdthet LaRmustinktur, 2) und ſättiget alkaliſche Baſen.

Es iſt Bergmann, dem wir die erſten Erfahrungen über das Säureartige dieſer Subſtanz verdanken, die er Lufiſäure naunte; nah ihm hat man ſie bald mit dem Namen Xreidige, mephiriſche und Rohlenſäure belegt; Benennungen, die alle von der Natur ihrer Zuſammenſetzungen, von ihren Wirkungen, oder ihrem Subſtrat hergenommen. ſind.

Dieſe gasartige Säure tddtet plößlich Thiere, die in eine damit angefüllte Atmosphäre gebracht werden. Bergmann hat bemerkt, daß Thiere ,- welche an dieſem Gifte geſtorben, von dem Augenbli>ke an, wo ſie von der tddtlicgen Ohnmacht befal- Ien werden, fein, Zeichen. von Reißbarkeit mehr blicken laſſen. Schon vor ihm hatte'man die Beobachtung gemacht, daß Glied- maßen, die man. in dieſe Säure tauchte, darin erſtarrten, und vielleicht könnte man aus dieſer Urſache die Wirkungen herleiten, die. die im Uebermaaß genoßnen gegohrnen-Getränfe hervorbrinz gen; ſo wie die Stumpfheit ,. die deren Folge zu ſeyn pflegt; eben ſo die beſänftigende Kraft eines Frampfſtillenden Mittels, aus einer plötzlich bewirkten Miſchung von Citronenſaft und Wermuthſalz*), die es nur der'Wirkung zu danken hat, welche die Entwiklung der Kohlenſäute hervorbringt.

Diee Säure iſt der Verbrennung der Körper ſo nachtheilig als dem Einathmen; ſie ldſcht alle entzündeten Körper aus, die man hineinhält, und ihre Wirkung auf" breüneude Körper iſt.noch ſchneller, als die, welche ſie auf die Reſpiration lebendiget We- ſen äußert; dieß bietet auch ein ſicheres Mittel dar-, ſich vor ih- ren ſchädlichen Einflüſſen zu ſichern;; denn» ſobald man irgend eine. Lauft für ſchädlich, durch ihre Verbindung mit einer zu großen Quantität von Kohlenſäure'hält; ſo kann man ſich über ſeinen Argwohn dadurch Gewißheit verſchaffen, daß man eine brennende Kerze ihr nahe bringr: brennt ſie fort; ſo hat man durchaus feine Gefahr zu befürchten.

Die Eigenſchaft dieſer Säure, ſich ſchnell mit Kalk und den reinen Alkalien zu verbinden, gibt ferner Mittel an die Hand, um an Dertern die davon vergifret ſind, die Luft zu reinigen; man darf nömlich-nur den Boden und die Mauern mit den ge: nannten Flüſſigkeiten beſprengen, beneßen, oder ſie in deren

Umfang *). Das Wermuthſalz ift nichts anders, als unreines mildes Rali,

welches von der Pottaſche nicht verſchieden iſt. Die Wirkung einer Mixtur aus mildem Kali und Citronenſaft, gründet ſich bloß auf die dabey fich enrwi&>elnde gasförmige Kohlenſäure, 9.