und ſtrebt mit dem Reſte eine dreyfache Verbindung-zu bilden*), Die“ Säuren ſcheinen im“ Allgemeinen nichts zu ſeyn, als verz brannte Kdrper, Scheele hatte dieſe Wahrheit ſchon vor 4775 vorausgeſehen, wenn er, in'der zweyten Ausgabe ſeiner chemi- ſchen Abhandlung über Zufr und Feuer, ſagr:
«Es iſt mir wahrſcheiniich, daß alle Säuren ihren
Urſprung der Feuer- Luft verdanken."
Lavoiſier har. über die Richtigkeit dieſer Behauptung gar Feinen Zweifel wehrgelaſſen, denn er hat die Exiſtenz der 3euer- Luft oder des Sauerſtoffgas in allen Säuren bewieſen, zu deren Anatyſe.cer gelangt iſt,
'Nächdem die Analyſe mehrerer Säuren das Reſuitat erge? ben haite“, daß ihnen der Sauerſtoff zur Baſis diene, hat man ihn als das einzige ſäureerzeugende Princip betrachtet. Herr Zccrholler glaubte nicht, dieſe Lehre ſo gradehin annehmen zu dürfen; 1) weil die Analyſe der Hlauſäure ihm keinen Sauer» jtoff zeigte; 2) weil der Schwefel- Waſſerſtoff die Eigenſchaf ten der Säuren in ſich vereiniget, ohne Sauerſtoff zur Baſis zu haben;. 3) weil es eine zu gewagte Vorausſelzung ſeyn würde, wenn man aniehmen wollte, daß-alle die.Säutren, die man noch nicht zerſetzt hat, nothwendigerweiſe dieſelbe Baſis haben müßten, als diejenigen, deren Analyſe man bereits gemacht**).
Die Subſtanz, mit welcher in den bekannten Säuren der Sauerſtoff. vereinigt iſt-, neynt man das ſäurefähige Subſtrat der Säure. Alſo ſind der-Kohlenſtoff, der Schwefel, der Phos- phor, die Subſtrate der Säuren, welche davon den Namen führen.
Der Squerſioff iſt nicht immer einem einzelnen Grundſtoffe beygemiſcht; die Säuren haben zuweilen deren zwey/ wie zum hy Beyſpiel die Pflanzenſäuren; und auch drey, wie die, welche |) dem Thierreich angehören+). M
*) Jene Eigenſchaften beſtimmen nicht nur den ſauren Charakter des Schwefelwaſſerſtoffes, ſondern fie beweiſen auch, daß er ſelbſt eine wahre Säure ausmacht, die von den Deutſchen Chemikern 55ydrothionſäure genannt worden iſt.. Wenn man indeſſen:an der Exiſtenz des Sauerſtoffes in der Hydrothionſäure zweifelt; ſo iſt dieſer Zweifel nur ſchwach gegründet, da keine ſtrikte Beweiſe für deſſen Aechtheit vorhanden find.-
**) I< ſehe gar nicht ein, warum es nicht erlaubt ſeyn, das Daſeyn des. Sauerftioffes'in alien Säuren vorausſezen zu dürfen, weil man ihn noch nicht aus allen hat abſcheiden können. Es mangelt uns ja nur an. der Kenntniß derjenigen Mittel, welche mit den ſäurefähigen Subſtraten jener Säuren ,. oder mit dem darin ent- haltenen Sauerſtoff ſelbſt, in f|tärkerer Anziehung ſtehen. H.
+) Eigentliche thieriſche Säuren gibt es wohl nicht: denn diejenigen, welche man in den animaliſchen Subſtanzen antrifft, AE 074
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