Teil eines Werkes 
1 (1808) welcher den dritten und vierten Theil des Originals enthält
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen

dieſer Tinktar in den mittäglichen Provinzen Frankreichs, um das Veilchenſyrup damit blau zu färben,

4) Was

ch habe bemerkt: 3). daß man die Flechte ſorgfältig aus8- ſuchen, gehörig von einander leſen und zerreiben' muß; 2) daß das Alkali zu gleichen Theilen mit der Flechte gemiſcht werden müſſe, und die Pottaſche den Vorzug verdiene. 3) Daß der Urin nach und nach zuzugießen ſey; und nach dem jedesmatigen Bedürfnißz zu viel oder zu wenig, ſchadet dem Gelingen des Verſuchs. 4) Daß die paſſendſte Temperatur zwiſchen 15 und 25 Grad Reaumur iſt. 5) Daß der Teig gewöhnlich. eine rothe Farbe annimmt, die von ſelbſt wieder verſchwindet, oder die man auch wegſchaffen kann, wenn man eine neue Quantität von Alkali, oder recht in Fäulniß übergegängenen Urin hinzufügt.

Ich geſtehe, daß das von mir fahrieirte Lackmus nie. die Güte deſſen erreicht hat, das in den Handel kommt, es iſt mir-immer unmöglich geweſen, ihm den röthlichen Schein zu benehmen, der zwar bey der Auflöſung verſchwand; der mir aber nicht er- laubte, mein Produkt dem Holländiſchen gleich zu ſeen. Dieß hat mich bewogen, die Details meines Verfahrens ſo lange zu verſchweigen, bis neye Erfahrungen, oder der Zufall, mir be- friedigerende Reſultate lieferten.

Ic<h habe mich alſo begnügt, meine Arbeiten in meinen -« Anfangsgründen der Chemie" im Artikel Säuren" zu verzeichnen.

Die Eroberung von Holland hat uns die Werkſtätten dieſer induftrioſen Nation eröffnet, und wir haben nun dort mit eige- nen Augen die Proceduren wahrnehmen können, mit denen das Geheimniß bis dahin, jenes Land bereichert hatte, Die Berei- tung des Lackmus gehörte zu dieſer Zahl, und die Details die man uns hierüber gegeben hat, reduciren ſich auf folgendes, wel- ches meine Jdeen über die Grundbeftandtheile dieſer Farbe, und die Mittel, fie zu verfertigen, beſtätiget Der einzige Unterſchied beruhet in der Verſchiedenheit der dazu angewandten Moosart. Die Holländer nämlich, bedienen fich der Orſeille(Lichen roo- cella) der canariſchen Inſeln, oder des grünen Vorgebirges, und des ſchwediſchen Mooſes.

Es. iſt. dieß die nämliche Flechte von den canariſchen Inſeln, welche ſie zur Bereitung der Kräuter- oder eanariſchen Orſeille ge- brauchen. Linne beſchreibt es folgendergeſtalt: Lichen fruticu- loſus, ſolidus, aphyllas, ſ»bramoſus, tuberculis alternis.

Man trocknet und pußt dieſe Pflanzen.

Man pulveriſirt fie mittelſt eines Mühlfteins.

Man ſiebt dieß Pulver durch ein Haartieb ,, und bringt das wieder unter den Mühlſtein, was noch nicht zermalmt iſt.

Man thut dieß Pulver ferner in einen Trog von 22 Fuß Längey 5 Fuß und 2 Fuß Breite im Boden, der oben erweitert iſt.

Man miſcht zur Hälfte wohlgeſtoßene Pottaſche zu dem Pulver der Flechts. Die Vormiſchung bewirkt man mit hölzernen Spateln. Man