aus der blanen Blume der Jris gezogene Tinktur; ſie wird roth dur<g Säuren, und grün durch Aikalien, Man bedient ſich
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dieſer
3) Ih wußte überdieß, daß dieſe Lumpen Käſehändlern gelie- fert wurden, die ſich ihrer bey ihrem Gewerbe bedienten.
4) Die Analyſe hatte mir bewieſen, das in dem Lackmus Kali und fohlenſaure Kalkerde vorhanden ſey, ſo auch, daß ereine viel reichere Maſſe von Färbeſtoff enthalte, als die Schminkläppen.
Nah allen dieſen Angaben urtheilte im, daß das Blau des Lackmus nicht dasſelbe ſey, das aus den Tüchern von Grand- Gallauvgu:s gezogen wird; und ich verſuchte fie mittelſt der Arten von Flechten zu verfertigen, welche man. zur Bereitung. des»Or- ſeille gebraucht. Dieſe Pflanzenſubftanz anzuwenden, bin ich" durch folgendes Raiſonnement veranlaßt worden.
Die Parelle(Lichen Parellus) oder das Ampferkraut aus Auvergne, welches in großer Zahl auf den Felſen der Departe- mens Puy-de-döme, Cantal de 1a J ozdre, de l' Aveyrou, de Ardeche, de V'Isere, de Ja Dröme u.ſ w. wächſt, und welch: die Engländer, an der ganzen Küfte von. Italien entlang, gefun ven haben, wird zur Fabrikation der Orſeille gebraucht; vor- züglich aber im Departement Puy- de-döme und in Lyon, hat dieſer koßvare Zweig der Induſtrie fich verbreitet. Man bereitet dort dieſen violetten La>mus, indem man die Flechten mit Urin und mir Kalk durchbeigen läßt. Da aber nun die Farbe der Or- ſeille mir der des LaEmus ſehr ähnlich, und nur in ſo fern davon verſchieden ſchien, als ſie roth in ſich enthielt, welches, verbun- den mit blau, violett hervorbringt: da andrerſeits ich: bey der Analyſe“ des La>mus blau, auch etwas Pottaſche vorfand, die in der Orſeille' nicht vorhanden war, ſo ſchloß ich, daß die Pottaſche wohl dürfte angewendet werden können, um die Ent- wiekelung der rothen Farbe zu verhindern."Nun war mein Arg- wohn nur durch die Erfahrung zu rechtfertigen, und. dieß gelang mir in kurzer Zeit.
Tech. ließ das Parellmoos in verſchiedenen Verhältniſſen mit Urin und Pottaſche gähren; und ich bemerkte bald nach meinen erften Verſuchen, daß, um recht bedeutende Reſultate zu erhal- ten, man eine anſehnliche Quantität Flechten anwenden müſſe, weshalb ich zu jedem meiner Verſuche 6 Pfund davon nahm.
Zuerft miſchte iM Alkali, Urin, Flechte und Kreide, und gab mix Mühe, fie zuſammen zur Sährung zu bringen; aber ich habe dadurch nichts hervorbringen können, als einen Teig von bräunlichvioletter, ziemlich unangenehm in's Auge fallender Farbe,
Dann vermiſchte ich die Flechte zu Pulver geſtoßen, mit Pott- aſche: beförderte die Gährung durch Hinzuthuyung von Urin, und erhiclt dadurch einen Teig von, cinem etwas in's Vivlette ſpie- lenden Blau, deſſen ich mich mif Nuten bey allen Verſuchen meinem Laboratorio bediente, da er bald eine angenehme bl Farbe erhält, wenn er exft recht mit Waſſer eingerührt worden
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