Man kann von dieſen leßtern die-Blume ſelbſt, und auch den daraus gepreßten Saft gebrauchen; aber inſofern man das zweyte wählt, werfe man den untern Theil der Blätter weg, der gelb iſt ,. weil ſonſt dieſes Gelb: mit dem Blau des oberen Theiles, Grün hervorbringen würde.
Man bedient ſich dazu ferner des ſogenannten Veilchen- ſyrups, den man aber vor ſeiner Anwendung in Waſſer zergehen läßt 3; denn ohne, dieſe"Vorſicht würden die concentrirten Säuren ihn in eine ſhwammige Kohle verwandeln, ohne ihn merklich zu rdthen.
.“ Das La>musblau iſt-.noM empfindlicher, als das aus Veilchen; man nimmt die daraus gezogene Tinktur ſelbſt, oder damit gefärbtes Papier*). Dieſe Tiunkiur muß nur ein ſchwa- <es und leichies Anſehen haben, Sie erſcheint roth, oder vio- lett, wenn ſie zu ſtark iſt**), Je<. benußzte mit Vortheil die
aus
9») Man bereitet ſich das La>muspapier, wenn man einen. Theil feines La>&mus mit 12 Theilen deftillirkem Waſſer in einem zin- nern Keſſel anfiedet, dem man den ſechzehnten Theil ſo viel Ralt zugeſeßt hat, als man Lackmus gebräuchte, Man gießt. die blaue Tinfrur durch Leinwand, erhält fie bey 609-Reaumur,„und legt dann Blätter.von feinem Velinpapier ſo lange hinein, bis ſolche eine himmelblaue Farbe angenommen haben; worauf ſie-an.der Luft getro>net werden. ä
85) Man hat bis dieſen Augenblick geglaubt, daß das La>&mus, wel- <es im Handel vorkommt, den Färbeſtoff zu den blauen Schmink- lappen lieferte, welche in Graud«Gallangues bey Montpellier bereitet, und nach Holland verſandt werden, weil man nur. den Holländern das Beheimniß zutraute, dieſen Färbeſtoff auszuziehn, und ihn auf eine Erde aufzutragen, wodurch das Lackmus in Paſten gebildet wird+).
I< war der erſte, der dieſen irrigen Glauben berichtiget hat.
2) Das Blau, der gedachten Lumpen ſchien mir ſozerftreut und in ſo geringem. Maaße vorhanden, daß ich nicht begriff, wie die Holländer es mit Nuten ausziehn konnten.
2) Der daraus gezogene Saft, wenn auch noch ſo ſehr geſät- tiget von dem in dieſen Lumpen enthaltenen Färbeftoffe, färbte die erdigen Sudſtanzen, auf die ich ihn aufiutragen verſuchter nicht ſonderlich:
3) I<
t) Hier in Berlin hat der Kaufmann Herr.Braumüller ſchon während 20 Jähren eine LaFmusfobrik errichtet, in welcher das feinſte LaXmus produckrt wird./- Eben ſo hat weit-früher Ferber(Beyträge zur Mine- ralgeſchtc<te verſchtedener Länder 2c. x, Band.. S.380 2c.) eine genäue Be- ſchreibung geitefert, wie man in' Holkand, thells aus der Orſeille (Lichen Roccella) theils aus-der Parelle(Lichen Parellus) das Lak: mus bereitet, nach welcher Methode auch Haxx BVraumüiller optrſtt.
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