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Der Bauernstand politisch betrachtet : mit einer Beilage / Ernst Moritz Arndt
Entstehung
Seite
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gen auf das Vergängene, menſchliche Klagen über den"Verfall und den Sturz. der Einrichtungen, wobei unſere Väter glücklich waren, was fromz- men ſie uns? Jeder Schritt zurü& iſt ein Schritt näher zum' Untergänge; es muß nd<< viel raſcher vorwärts, dem Tode des Ulten muß noh viel muthiger ins Aug geſchaut werden; wenn wir bleibendes Heil und Leben gewinnen wölz len. Dies iſt das Evangelium unſers Chriſten? thums; dies das Cvangelium unſrer Staatslehre. Nicht faulen Dienſt, ſondern. lebendige Kraft, nicht gebundene Knechtſchaft, ſondern bewegliche Freiheit wollen beide« Was ware unſer Chriſitenthum, wenn es die geiſtige Gewalt der Dinge nicht immer hd- her und höher erhübe und allmächtiger beſecekte? Ihr Stifter ſtarb für die Jdee der ewigen Goit- heit und Menſchheit; äuch wir ſollen äls Menſchen im Allgemeinen und für das Allgemeine, wir ſollen für Gott, Volk, Vaterland; König leben und ſier2 ben: Kebe ſoll gewinnen, was Furcht verloren. Weit iſt der Zirkel dex Dinge, die vergängen und erlitten ſindz nirgends än ihm kann imän eine Deff2 nung zeigen. wo- ſich hinaus und hineinſpringen ließe: nicht die Verachtung der Prieſter, nicht die Hintanſeßzung des Adels hat den Atheismus, Jn- diſferentivmus, Kosmopolitismus, allen den egoiſti- ſchen- Krämergeiſt,. alle die behagliche Faulheit, alle die kalte Selbſtſucht erzeugt; worüber mit Recht geklagt und geflücht wird; ſondern dies alles, und unſre ganze Wildung, oder Nichtbildung, kurz, der Punkt, worauf. wir ſtehen, hat ſich in uns ſo ne- ben und-aus einander gebohren, Urſache und Wirz kung liegen ſd verlarvt in einänder, daß der feinſte Tauſendkünſtler die verwörrenen Fäden nicht ent- wirren mag« Aber der Schluß und Fund aus al- lem iſt: Weil etwas Neues-werden ſollte, mußte das Alte ſich in: ihm ſelbſt. verle- X