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Der Bauernstand politisch betrachtet : mit einer Beilage / Ernst Moritz Arndt
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irdiſche Herrſchaft, jener: Üppige weltliche Genuß, jener Glanz und jenes Treiben nach, außett, mit allen Makeln, Läſtern und Schanden, welche oſfen da lagen, bot dem Angreifer tauſend Vortheile da?. Wo erſchien da eine Spur des idealen Strebens, des gottgeweihten Lebens, der lauteren Sitten, ver Hingabe und Verleugnung, fürz des unſichtbaren Reichs Gottes, was die Prieſter vorgaben, auf Er2 den darzuſtellen? Grade je näher dem Siße des höchſten Glanzes, deſto unverſchämter der Göogzen= vienſt der Lüſte, der Troß auf irdiſchen Beſilz und irdiſche Herrſchaft, und die Verderbniß der Sitten.

Man mögte ſagen, es könne auch dem Beſten und Herrlichſten hier unten begegnen, daß er aus Mangel an Reibung und Bewegung in ihm ſelbſt erſtarre, und allmälig zum Tode einſchlafe. Aber nie hatte es der Hierarchie an Krieg und Kampf gefehlt, und die Reformation brachte gewiß einen großen Streit, und rief alle vergeſſenen Strebunz gen und Triebe wieder auf. Bei einem Kampf, der dreißig Jahre mit wüthender Anſirengung und Erbitterung geführt wurde, und auch nachher nicht ruhete, mußte zum Vorſchein kommen, was die Prieſterſchaft war, und was ſie ſeyn wollte. Was erſchien da? was iſt ſeitdem erſchienen? Nicht jene prieſterliche Begeiſterung, nicht jene heroiſche Vers leugnung,' nicht jener überirdiſche Himmelsſinn, nicht jener Himmel vnd Erde beherrſchende und verbindende Glaube, welche die Fantaſie den erſten chriſtlichen Jahrhunderten oft freigebiger beiledt, als ſie bei ihnen waren. Um nichts anders ward geſtritten, als um leibliche Herrſchaft und irdiſchen Beſiß. Die Reformation hätte indeſſen die Folge, daß die alte Kirche ſich mehr auf ihre Hut ſtellen, und Studien und Sitten ſtrenger halten mußte, denn vorher; denn die ſtrengen Aufſeher und Rüger waren gekommen, Aber kein heiliger Sinn der