Himmel. Kenntniſſe, Künſte, Liſten, Uebung, Ges wandheit, Geſchloſſenheit. in Einem Leib und Seele Waren ihre, und in dem hohen Wahn mußten, wenn ſie es wollte, die herrlichſten Männer vor ihr in den Staub. Sie war die Beſitzerin und Verthei- ferin der Erde, die Schiedsrichterin und Vermitt=- lerin von Getfunmeln und Kriegen„ die Königin und Verwalterin der Reiche und der Herzen. Ar? heit und Thätigkeit, Uebung und Reiz hatte ſie gez nug, Ehrſucht und Herrſchſucht fehlte nicht, noch fehlte Kampf und Oppoſition. Und doch ging ſie Unter; Und wößurch? Durch die allmächtige Zeit. Nach dem, was uns aus dem elften und zwölften Sährhundert von Päbſten ,' Prieſtern und Erzprie-
ſtern erzählt wird, kann man mit ziemlicher Gülz.
tigfeit annehmen, daß die Sitte und das Leben und Weben der Prieſterſchaft. damals'eben nicht viel reiner und überirdiſcher war, als vier Jahrhunderte Haker. Aber ſie durfte immer noch ruhig herrſchen, und Wahrheit und-Gaukelei zu. Einer Täuſchung unter einander miſchen, bis der geiſtige und über- Finnliche Keim ves Chriſtenthums ſich mehr zu ent- wiFeln begann. Da erſchien ſogleich der ſcheuß=
JLiche Widerſpruch: zwiſchen dem/ was war, und dem,“
was ſeyn ſollte, Einige Männer aus ihrem eige- ven Schooße, manche Laien au<, die'nur ſelb- ſtändig zum Wiſſen und Erkennen ſtrebten; ver- vollfommnete Hülfsmittel geiſtiger Mittheilung, vor allen andern" die unſterbliche in Mainz erfundene guttenbergiſch« fauſtiſche Kunſt;' endlich der unbe FXännte Gokt des. Zeit, der, wann' die Saat reif iſt, mit der Sichel hervortritt=-'arbeiteten luſtig und friſch an dem Sturz des Alten. Die Reformation “begann. Cs war ſo leicht zu beweiſen"aus der Idee und aus der heiligen Schriff, wie unrein: bez fle>t, entartet, ihres Berufs und ihrer Beſtimmung vergoſſen die Prieſterſchaft war. Jene weitgreifende
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