Druckschrift 
Claude Louis Berthollet über die Gesetze der Verwandtschaft in der Chemie / aus dem Französischen übersetzt mit Anmerkungen Zusätzen und einer synthetischen Darstellung von Berthollets Theorie von Ernst Gottfried Fischer, Professor der Mathematik und Physik an dem Berlinisch-Cöllnischen Gymnasium und Ehren-Mitglied der naturforschenden Gesellschaft zu Berlin
Entstehung
Seite
322
Einzelbild herunterladen

242 6.74. Sartigung.' Gran Schwefelsäure, und ı Gran Kali) statt findet, Die Sättigung ist nämlich da, sobald sich zwei Stoffe völlig gleichförmig durchdrungen, und ver- einigt haben, d. h. sobald die Mischung homogen geworden ist. Indiesem Zustande aber sind nicht die gegenwirkende Kräfte selbst gleich, sondern dr Verhälnifs ist in allen Theilen der Mischung gleich,

Da nun die chemische Masse ‚eines Stoffes das Maals seiner gesammten Kraft ist($.22.), so ist Süt- kigung der Zustund, wo das Verhältmi/s der ein- ander enigegenwirkenden chemischen Massen in

allen Theilen der Mischung gleich grofs ist.

75. Das bestimmte Verhältnils der gegenwirkenden chemischen Massen in.einer Mischung, ‚nennt, Ber- ihollet, einen Grad der Sättigung. Folglich haben zwei Mischungen gleiche Grade der Sätligung, wenn das Verhältnis der gegenwirkenden chemischen

Massen in beiden gleich ist.

76. Man muls Söttigungsverhältnifs, und Mi- schungsverhältnifs nicht verwechseln. Das letzte ist das Verhältnils der mechanifchen Massen(Gewichte) der Bestandtheile, das exste ist das Verhältnils der

chemischen Massen;

77. Um den wichtigen und sehr folgereichen Be= griff der Sättigung anschaulicher, und seinen Ge- brauch geläufiger zu machen, setzen wir einige ver-

mischte Anwendungen desselben hinzu;