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Claude Louis Berthollet über die Gesetze der Verwandtschaft in der Chemie / aus dem Französischen übersetzt mit Anmerkungen Zusätzen und einer synthetischen Darstellung von Berthollets Theorie von Ernst Gottfried Fischer, Professor der Mathematik und Physik an dem Berlinisch-Cöllnischen Gymnasium und Ehren-Mitglied der naturforschenden Gesellschaft zu Berlin
Entstehung
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$. 66. Wirkung zwischen drei Stolten, 315

wandschaftskräfte von B und C gegen A Rück- sicht. Er enthält also ein Grundgesetz der Ver- wandschaftskraft, rein und unvermischt von al- lem Einflufs mitwirkender Kräfte. Es würde da- her Misverständnifls seyn, ein vollkommen adae- quates Beispiel zu dem Satz in der Wirklichkeit aufzusuchen. Aher es würde nicht weniger Mis- verständnifs seyn, wenn man deswegen den Satz für unanwendbar, oder unsicher halten wollte; da Berthollet gezeigt hat, dafs er, ver- bunden mit der Beachtung aller mitwirkenden Kräfte, zu einer sehr genugthuenden Erklärung

aller chemischen Erscheinungen führe,

b) Das passendste Beispiel würde eine Mischung von drei Stoffen seyn, wenn vor und nach.der Mischung alles flüßsig bliebe. In diesem Fall aber könnte von einer wirklichen, und mate- riellen Theilung der Unterlage 4 nicht die Rede seyn, da alles nach der Mischung. eine völlig gleichartige Flüfsigkeit seyn würde. Nur die Kraft von 4, ist zwischen B und C in dem Verbhältnifs getheilt, in welchem B und C auf A wirken, d. h. im Verhältnifs ihrer chemischen Massen, Diels ist der Grund, warum wir in dem Beweis des Satzes uns immer des Aus-

drucks bedient haben, die Wirksamkeit von A sey getheilt,

67. Aus diesen Anmerkungen mufs man einsehen, dals ein vollständsger Beweis dieses Satzes z poste-

riori, in einem synthetischen Vortrag noch unmög-