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Claude Louis Berthollet über die Gesetze der Verwandtschaft in der Chemie / aus dem Französischen übersetzt mit Anmerkungen Zusätzen und einer synthetischen Darstellung von Berthollets Theorie von Ernst Gottfried Fischer, Professor der Mathematik und Physik an dem Berlinisch-Cöllnischen Gymnasium und Ehren-Mitglied der naturforschenden Gesellschaft zu Berlin
Entstehung
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310$. 60, Wirkung zwischen drei Stoffen.)

zersetzt werden könne; aber man ahndete doch kei- ne, Unrichigkeit des Gruhdkatzes, sondern begnügte sich dıe abweichenden Erscheinungen durch sinn-

reiche Hypothesen, so gut es gehen wollte, mit dem Grundsatz zu vereinigen,

61. Berthollet mufste daher, um seine neue Theo- rie fest zu begründen, jenen_Grundsatz von allen Seiten beleuchten, und durch genaue Versuche theils seine Unrichtigkeit, theils die Richtigkeit des an sei- ner Stelle aufgestellten neuen Grundsatzes zeigen. Diese Untersuchung beschäftigt ihn in dem elf er- sten Abschnitten, und nimmt daher den gröfsten Theil seiner Schrift ein. Unsere Absicht kann hier nicht seyn, Berthollets Untersuchungen zu wiederho- len. Wir setzen vielmehr voraus, der Leser habe sich schon von der Richtigkeit der neuen Theorie überzeugt, und wolle sich nur unterrichten, wie diese Theorie mit den ersten Begriffen von den che- mischen Kräften zusammenhämge,

62, Das neue Grundgesetz, das Berthollet auf- stellt, ist folgendes:

Wenn auf die Verbindung AB ein dritter mit A verwandter Stoff C wirkt, so besteht die Wirkung der Verwandschaftskraft, abgesehen von allen Nebenkräften, die den Erfolg auf wmancherlei Art anders modificiren können, darin, dafs sich A zwischen B und C im Ver- hältnifs ihrer chemischen Massen($. 22.) theilt,