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Claude Louis Berthollet über die Gesetze der Verwandtschaft in der Chemie / aus dem Französischen übersetzt mit Anmerkungen Zusätzen und einer synthetischen Darstellung von Berthollets Theorie von Ernst Gottfried Fischer, Professor der Mathematik und Physik an dem Berlinisch-Cöllnischen Gymnasium und Ehren-Mitglied der naturforschenden Gesellschaft zu Berlin
Entstehung
Seite
309
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. 60. Wirkung zwischen drei Stoffen. 309 IV,

Ueber die Einwirkung von drei Stoffen auf einander; oder die sogenannte ein-

fache Wahlverwandschaft,

60, Die bisherige Theorie der Einwirkung dreier Stoffe auf einander, redncirt sich beinahe ganz auf den Satz: dafs wenn man zu ‚einer Verbindung zweier Stoffe 4B, einen drittem gegen 4 verwand- ten Stoff bringt, nur zwei Fälle statt finden; in- dem nämlich entweder B oder© näher mit 4 ver- wandt sey. Im ersten Fall geschehe keine Zersetzung, im zweiten aber verlasse 4: die Verbindung mit 5, um sich mit C zu vereinigen, Dabei wird angenom- men, dafs sich sowohl B als C, nur in bestimmten quantitativen Verhältnifsen mit 4 verbinde, wo- durch also nicht nur die von B wirklich vorhandene Menge, sondern auch die zur Zersetzung nöthige Menge von C bestimmt seyn würde. Dafs indessen in jedem Fall, von C weit mehr als aus dieser Vor- stellung folgt, und bisweilen ein sehr grofses Ueber- maals angewendet werden. mülse, war längst! den Chemikern bekannt, und man suchte den Grund, und in der That nicht unrichtig, in äufsern die Zer- selzung erschwerenden Umständen. Sehr häufig ha- ben aber schon seit Bergman die Chemiker Erschei- aungen beobachtet die jenem Gesetz ganz wieder- sprechen, indem man in vielen Fällen wahrnahm, dafs die Verbindung 4B eben sowohl durch C, als die Verbindung AG durch B,(wenigstens zum Theil)