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Johann Christian Bergen's Anleitung zur Viehzucht oder vielmehr zum Futtergewaechsbau und zur Stallfuetterung des Rindviehes / mit Anmerkungen, Berichtigungen und Zusätzen neu herausgegeben von Albrecht Thaer
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Von landwirthſchaftl. Verbeſſer. überhaupt, r1

Dieſe Jünglinge, mit einer großen Menge Vieh, mit wenigem Futter und einem.eigenſinnigen Herrn verſe- hen== Widerreden und Zänfereyen konnten ſie durch- aiis nicht dulden: es waren Mennoniſien=- muſten

denn freylich die Fütterung nach dem Futtervorrath ab-

meſſen, und jene ſo einrichten, daß ſie mit dieſem bis zur Betreibung der Weide ausreichen konnten.= Der Wirth frohlockte nun öffentlich über dieſe neue Einrich- tung, und verſicherte allen und jeden, und ſogar einer anſehnlichen Geſellſchaft würdiger Männer, deren Zweck die Verbeſſerung der Landwirthſchaft iſt, daß alle bekannten Fütterungsmethoden gegen die ſeinige nicht in Vergleich kämen, und daß man eine Kuh täg- lich mit drey Pfund Heu und fünf Pfund Stroh eben ſo gut futtern und ſtreuen könne, als wenn man noch zehnmal ſo viel darauf verwende;= und das be- hauptete er der Maxime ſeiner Schweizer gemäß.= So lächerlich und wider alle Vernunft und Erfahrung dieſe Behauptung auch war: ſo fand ſie doch bey vie- len ſeynwollenden Wirthen Beyfall.=- Ich habe Ge- legenheit gehabt, oft und viel und ſo lange dawider zu ſtreiten, bis der Streit durch den Urheber ſelbt entſchieden ward.=- Seine Kühe wurden ſo elend, daß ſie zum Theil crepiren, zum Theil im Stall

aufgehoben, und zum Theil im Frühjahr auf die

Weide geſchleift werden muſten. An Zuzucht und Dünger war denn freylich nicht zu gedenken; und

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