Die Verkaufs-Genossenschaften.
Der Absaß von Vieh und Vieh-Produkten.
Der rationelle Verkauf ist ein wichtiger Faktor erfolgreicher Viehwirtschaft; er ist aber von einer größeren Anzahl von Bedin- gungen abhängig, welche vielfach außerhalb der Machtsphäre des einzelnen Produzenten liegen.
Sie in den Kreis dieser Darlegung und zwar vom genossen- schaftlichen Standpunkte aus zu ziehen, soll meine nächstliegende Aufgabe sein. Zu dem Zwecke teile ich meine Betrachtung in drei Abschnitte und zwar in den Verfauf von Nutßvieh, in den von Mastvieh und endlich in den von Molkerei-Produkten.
Der Nußhvieh-Verkauf, der sich auf Jung-, Zucht-, Milc<- und Zugvieh erstre>en kann, bewegt sich im allgemeinen in Grenzen, wo das Genossenschaftswesen nur in Ausnahmefällen mit Vorteil in Anspruch genommen werden kann. Diese dürften in Frage kommen in Gegenden, in welchen das kleine semitische Element überhaupt den ganzen Viehhandel in Händen hat und ihn zum Schaden des Bauern in oft empörender Weise ausnußt, wie das in Süd- und Südwestdeutschland vielfach leider der Fall ist. Doch liegen dort die Verhältnisse vielfach derart, daß das Übel, soll es verschwinden, noch viel stärker an den Wurzeln muß gefaßt werden, als es durch eine einfache Verkaufs- Genossenschaft möglich erscheinen würde.
Im Marschgebiet des nördlichen Deutschlands, wie auch im ganzen Alpengebiet des Südens, hat der Zwischenhändler eben ge- schilderter Art keinen Boden fassen können, und gerade hier findet man die stärkste Produktion und den stärksten Absatz von Nutvieh aller Art, aber auch ein überwiegend reelles Händlertum. Für diesen Zuchtbezirk erscheint jedoch meiner Überzeugung nach ein an- derer Umstand als bedeutungsvoll und der eingehenden Erwägung wert.=- Der Viehexport nach dem Auslande ist, trotz der Treff- lichfeit unserer Marsch- und Gebirgsschläge, ein bis heute sehr ge- ringer, und doch läge selber im hohen Interesse der betreffenden Zuchtgebiete, welche heute bei ihrem Absatße nahezu ausschließlich auf


