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Landwirtschaftliche Ankaufs- und Verkaufs-Genossenschaften, ihr Wesen und ihre Einrichtung : für die Praxis / bearbeitet von H. von Mendel
Entstehung
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Die selbständigen, niht zu Verbänden vereinigten Konsum-Vereine. 9

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Immer aber muß der Bedarf in bestimmten Stoffen ein umfang- reicher sein, sonst bleibt der Anschluß an einen Verband das ein- zige Rettungsmittel. Je größer das Quantum beim Einkauf, desto billiger der Preis, desto günstiger die Auswahl in besten Qualitäten.

Eine große Zahl von kleinen selbständigen Konsum- Vereinen sind im Laufe der Jahre entstanden und=- zu Grunde gegangen und haben in manchen Gegenden durch ihren Mißerfolg und die oft herben Verluste, welche die Mitglieder erlitten, die gute Sache selbst in Verruf gebracht.

Großes Lager und schlechte Abschlüsse bilden in allen Fällen die Gründe für ein schnelles, trauriges Ende. Bei den selbständigen Einzel-Vereinen sind vor allem tüchtige, geschäft8gewandte Leiter not- wendig, die besonders auch im Einkauf die nötige Übersicht, Ruhe und Energie besitzen.

Die Statuten und die Geschäftsordnung dieser Form genossen- schaftlicher Ankaufs- Vereine umfassen im wesentlichen die Punkte, welche ich im vorhergehenden für den Verband und die Einzel- Vereine als maßgebend geschildert habe, denn in der Sache verfolgen sie die gleichen Zwecke.

Als einer der erfolgreichsten selbständigen Einzel-Vereine wirkte wohl bislang der ländliche Wirtschafts- Verein in Insterburg, der- jelbe hat allerdings im Jahre 1885 ebenfalls eine Anzahl kleinerer Vereine durch Verbandsbildung an sich gezogen und zwar pe in erster Linie im Interesse letzterer.

Bei den selbständigen Einzel- Vereinen findet man vielfach die Bildung von Mitglieder- Guthaben, welche z. B. bei der eben- genannten Insterburger Genossenschaft bis zu je 500 Mk. gebracht werden. Hier scheint diese Maßregel vollkommen angebracht und aus schon geschilderten Gründen leicht dur<führbar.

Auch das von der Vereinigung der deutschen Genossenschaften empfohlene Verfahren, die Ware zu den allgemeinen Tagespreisen an die Mitglieder abzugeben und die Überschüsse billigeren Einkaufes am Jahresschlusse zur Bildung von Mitgliederguthaben oder als Dividenden zu verteilen, kann hier ohne Gefahr empfohlen werden.