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Landwirtschaftliche Ankaufs- und Verkaufs-Genossenschaften, ihr Wesen und ihre Einrichtung : für die Praxis / bearbeitet von H. von Mendel
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10 Die Ankaufs-Genossenschaften.

Im nachfolgenden führe ich ein paar Beispiele an, welche aus meiner engeren Heimat=- Oldenburg=- stammen und aus der neuesten Zeit datieren.

Die Preise für Normal-Knoc<enmehl hatten im Sommer 1885 im Herzogtum Oldenburg durchschnittlich auf 3 Mk. pro 50 Kgr. gestanden und zwar galt dieser Preis nicht für den Detail- Verkauf auf dem flachen Lande, sondern für größere Bezüge in Waggonladungen. Der Ankauf von vorzüglichem Knochenmehl durch den Verband der landwirtschaftlichen Konsum-Vereine zu dem Preise von 6 Mk. 60 Pf. frei allen Eisenbahnstationen mit 3 monatlicher Zahlungsfrist oder bei Barzahlung mit 13 8 Diskonto, traf viele Fabrikanten und Zwischenhändler wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

Die darauf ausgestreuten Gerüchte und Behauptungen, daß zu dem Preise nur gefälschtes Knochenmehl zu bekommen sei=- verstummten hald, denn die zahlreichen Analysen und die Erfolge, welche die Düngung mit dem Knochenmehl mit sich brachte, bewiesen, daß der Berband beste Ware geliefert hatte und nur infolge seines großen Bedarfs Firmen fand, die auch mit geringerem Nuten vorlieb nehmen konnten. Die Vorteile des Anfaufs waren, daß bei dem Bedarf von zirfa 18 000 Ztr. nicht allein den Mitgliedern 25 200 Mk. gespart wurden, sondern daß die Knochenmehlpreise von allen Händlern im ganzen Lande auch bei dem Verkaufe an Nichtmitglieder ebenfalls re- duziert und auf das richtige Maß zurügeführt werden mußten, wenn überhaupt Geschäfte gemacht werden sollten.

Der Kainit ist bis 1881, wo die Konsum-Vevreine ins Leben traten, an den einzelnen Verkaufsstellen im Lande Oldenburg an die kleinen Leute zu 4 Mk. 50 Pf. pro 50 Kgr. abgegeben worden, ver Verband liefert ihn jezt nach seinem wahren Werte zu 1 Mk. 30 Pf. inkl. Sack, frei jeder Station.

Bei einem Verbrauche von jährlich ungefähr 10 000 Ztr. re- präsentiert das eine Ersparnis von 32 000 Mk. Wer braucht aber ven Kainit? Besonders der Bewohner der armen Sandgegend und der um sein Dasein kämpfende Moorkolonist.

Ist das nicht ein Institut, segensreich für den armen Mann,