Submiſſion auf den Bau einer Feſthalle für die im Jahre 1054 ſtattfindende Feier der 1854 Geborenen.
Zur Feier der 100. Geburtstage der im Jahre 1854 Geborenen(ächt und nicht ächt von häi) ſoll eine Feſthalle errichtet werden. Dieſelbe ſoll 9000 Sitzplätze und 3000 Steh⸗ plätze, eine Theaterbühne und ein Muſikpodium für 120 Muſiker und 300 Sänger erhalten, ſowie mindeſtens 500 qm Küche, 800 qm. Buffetraum für Bier und Wein nebſt den er⸗ forderlichen Spülräumen für das Cafelgeſchirr. Als Standort iſt der inmitten der Stadt gelegene ehemalige Exerzierplatz(der Trieb) in Ausſicht genommen. Zeichnungen, Pläne und Be⸗ dingungen liegen auf dem Bureau VII des Oberbaurats H. W. Inn in Gießen W. auf, können auch abſchriftlich oder mittelſt drahtloſer Telegraphie von dort bezogen werden.
Vom 25. bis 27. Juni wird der geſamte Güter⸗, Vieh⸗ und Perſonenverkehr wegen der Fünfziger⸗Feier auf Station Gießen eingeſtellt. Wer reiſen will, mag in Lollar oder Abendſtern einſteigen, die Güter befördert das Dutenhofener Hannchen.
Die Eiſenbähner Braun, Frank, Fach,
Giegling, heppert, Möller, Wörner.
Das Hauptſteueramt bleibt am 25., 26. und 27. Juni geſchloſſen. An den bezeichneten Tagen ſind die Gedanken zollfrei. Brückner, Weiſe.
Unſere Läden bleiben hoher Feſttage wegen vom 25. bis 28. Juni pickelfeſt geſchloſſen. Demnächſt führen wir 5 Uhr⸗Ladenſchluß, ſpäter achttägige Sonntagsruhe ein.
hecker, Kleinhenn, Roll, Petri. ———,
Geſchäftsempfehlung.
Wer verſohlt ſchnell, am beſten, am billigſten! Mimmt von Jedermann gern die Maße: Meiſter Seipp aus der Walltorſtraße.
Empfehle meine allſeitig beliebte hochfeine Marke
„Kalem⸗ Aleikum“
Maiſ. Türk. Hoflief. Peter haſſen.
Höfliche Anfrage.
6 Nach welchem Maße wird die fünfziger „„Elle“ gemeſſen, nach Darmſtädter oder
Berliner d Antwort erbeten unter ⁴„Wißbegierig“ an die Exped. d. Blattes.
Bekanntmachung.
Mache wiederholt bekannt, daß ich die Schreinerei nicht mehr betreibe, ſondern unter die Rentiers gegangen bin. Stwaige Beſtellungen bitte ich bei meinem früheren Kollegen, dem Kanonen⸗ oder Dampf⸗Müller, zu machen.
Bernhardsludwig.
Beſcheidene Anfrage. Wem ſoll ich mal auf's Dach ſteigen? Emil Roll.
wohlgemeinter kat!
Wer auf keinen Sand gebaut haben will, wende ſich vertrauensvoll an
herrn Bauunternehmer weinrich hinn.
2 Uohlen und Briketts 2
werden während der Fünfziger⸗Feier nur nachts, deshalb auch nicht zu Tages⸗, ſondern zu Macht⸗ preiſen abgegeben. Am Tage müſſen Tann⸗ äppel gebrannt werden. Schäfer.
Bringen unſere altrenommierte gefüllte CTütenfabrik in empfehlende Erinnerung. Schon in den ſechziger Jahren lag unſer Artikel auf der Straße und erfreute ſich lebhafter Ab- und Aufnahme.
Ratzebutz, Kalem& Co.
Die Rechnung über die Fünfzigerfeier kann diesmal ausnahmsweiſe ohne uns gemacht werden. Die Wirte Häuſer und Rupp.
NB. Während der Feſttage täglich Frühkonzert.
Fenſter⸗ und Spiegelſcheiben bitte während der Fünfzigerfeier nicht zu zer— brechen, da mir der Kitt ausgegangen. Fünfziger⸗ bilder werden umſonſt eingerahmt. Luh.
Den Lebenden gehört die Welt, deshalb werden in den nächſten drei Tagen keine Säue geſchlachtet. Sonſt iſt mir alles Wurſt. Möhl.
1D bleiben in den nächſten Tagen nicht bei unſeren Leiſten.
heß, Käß, Seipp, Weißenbach. NB. Durchgetanzte Fünfziger⸗Sohlen mit Fleck werden aber im Philoſophenwald aufgeklopft.
Während der Feſttage der Fünfziger wird am Stadtplan nichts geändert. Wißner.
Am 25., 26. und 27. Juni gebe ich mich mit Lumpen nicht ab. Noll, Juſtus. NB. Ich auch nicht. Geißler.
Alle Chaiſenräder ſtehen ſtill!
huhn. Mit vorſtehendem einverſtanden. Yelte, Vogel, Wecke.
Während der Fünfziger⸗Keier habe ich meine Dienſtmanns⸗-Nummer nebſt Uappe auf der Polizei abgegeben. Dagegen ſtehe ich mit meinem Kärrn zum Transport Schwerbe..... er zur Verfügung. Anmeldungen nehme ich Kaplanei⸗ gaſſe 9 entgegen. Reuter.
5 feuchter Geſell⸗ Sur Entwäſſerung ſchaften u. Scken und Melioration von Feſtplätzen für Fünfziger⸗ Feiern empfiehlt ſich Wißmann.
Photographiſche Aufnahme
am Sonntag dem 26. Juni 1904 mittags 12 Uhr in Steins Garten
Bitte recht freundlich!-
Unterrichts⸗Anzeige. Unſer anerkannt erprobter Kurſus im Heulen und Bellen beginnt wieder, wenn der Tag graut. Zahlreiche Beteiligung
höfl. erbeten. Hochachtungsvoll Wolff& dachs. c ₰
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Am 25., 26. und 27. Juni ſagen wir zwar der Welt nicht Adje, blaſen aber unſere Hobel aus. Müller, Seybicke.
Heute und die folgenden Tage werden weder Türen noch Raſſenſchränke geöffnet. Anlegen von Schlöſſern an loſe Mäuler nur auf vor⸗ herige Beſtellung. Krell, Ragel, Veith.
Ich ſchenke Jedem klaren Wein ein, der mit mir anbinden will. Auſterlitz.
Während der Fünfziger⸗Feier wird nicht gebacken, es werden nur acht Tage alte Daatſcher verkauft. Lein.
Während der Fünfziger⸗Feier darf in Gießen niemand krank werden. Dr. Dax.
Da ſich meine Werkſtatt in der Weiden⸗ gaſſe befindet, kann ich Körbe billiger wie jede Konkurrenz liefern. Für nicht genehme Freier beſtimmte RKörbe wollen die Frl. Töchter der Altersgenoſſen erſt nach dem Feſte abholen.
Werner. Eine geſunde, kräftige Amme wird geſucht Bahnhofſtraße,
Fabrik pharmakologiſcher Inſtrumente.
Warnung.
Ich warne dringend, mir nachzuſagen, ich ſei letzthin erſt um 3 Uhr morgens nach Hauſe gegangen. Ich brauche nicht zu gehen, ich kann fahren. Baron,
titulierter Wagenlenker.
heiratsgeſuch. Ein Fünfziger, ſtattlicher, unverheirateter Mann, mit einer Glatze, aber noch im ☛ Beſitze ſeiner Jugendlocken, iſt des ewigen Kampfes mit den Kellnerinnen müde. G Er ſehnt ſich nach einem — behaglichen Heim und einem lieben Weibchen. Welch' edeldenkende Jungfrau iſt geneigt, mich zu einem Pantoffel— helden zu machen? Holdes Kind, antworte bald, oder ich verſchmachte! wWilhelm Emil.
heiratsgeluch.
Vater mehrerer heiratsfähiger Töchter ſucht auf dieſem nicht mehr ungewöhnlichen Wege angenehme, reiche Schwiegerſöhne. Fünfziger bevorzugt.
Ernſtgemeinte Offerten nimmt der Heraus⸗ geber dieſer Zeituns entgegen.
Druck der Brühl'ſchen Univerſitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
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