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hat man namentlich morgens einen schönen Blick auf Stolzen- fels und das Rheinthal. Als Goethe im Juni 1774 mit Lavater und Basedow von Ems, wo er mit den peiden längere Zeit zugebracht hatte, zu Schiff die Lahn hinunter fuhr, um jene perühmte Rheinreise zu unternehmen, schrieb er angesichts der Burgruine dem Begleiter Lavaters, Lips, den Geistergruss ins Stammbuch: Hoch auf dem alten Turme steht Des Helden edler Geist, Der, wie das Schiff vorübergeht, Es wohl zu fahren heisst. „Sieh, diese Senne war so stark, Dies Herz so fest und wild, Die Knochen voll von Rittermark, Der Becher angefüllt. Mein halbes Leben stürmt' ich fort, Verdehnt' die Hälft' in Ruh, Und du, du Menschen-Schifflein dort, FPahr immer, immer zu.“
Und mit dem Aufblick zu unserm grössten Geisteshelden, der, ein Naturfreund wie wenige, sein ganzes Leben ein Wan- derer geblieben und unser Lahnthal oft und gern durchzogen hat, will auch ich dies Büchlein auf die Wanderschaft ent- lassen mit dem Wunsche, dass es vielen ein Führer werden möge zu reinem Genusse und herzlicher Erquickung, und dass es ihm gelingen möge, unserer schönen Heimat neue Freunde zu erwerben.
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