Ems. 209
Ems, Stadt des zum Regierungsbezirk Wiesbaden gehö- rigen Unterlahnkreises mit 6487 Einwohnern, ist Sitz eines Kgl. Amtsgerichts, eines Kgl. Kur- und Bade-Polizei- Kom- missariats, einer Kgl. Bade- und Brunnen-, sowie Kurverwal- tung, eines Steueramts I. Kl., einer Realschule, einer städt. höheren Töchterschule, u. s. w. Die Bedeutung von Ems liegt in seiner Eigenschaft als Badeort, welche durch seine zahl- reichen und wirkungsvollen Thermalquellen begründet und durch seine herrliche und geschützte Lage begünstigt wird.
Schon die Römer scheinen die Quellen gekannt zu haben, wenigstens schliesst der Pfahlgraben, welcher hier die Lahn über- schreitet, dieselben in den Bereich des rômischen Gebiets. Der Lauf desselben lässt sich südlich und nördlich von Ems in man- nigfachen Ueberresten verfolgen. Vom Mühlbachthale, welches er bei der Dick- mihle verlässt, streicht er, in den Waldbezir- ken noch deut- lich erkennbar, an den Dörfern Dornholzhausen, 8 Sehweighausen 4“ und Becheln vor- E bei und stösst“— mit einer Nord- Sr— wendung von der Höhe östlich des Braunebaches, wo auf dem Win- terberge ein rö- mischer Wacht- turm nach den auf der Trajanssäule gefundenen Darstellungen wieder hergestellt ist, gegen den Fluss vor, den er in der Höhe des jetzigen Bahnhofs erreicht haben muss. Nördlich vom Flusse finden sich Spuren des Pfahlgrabens in der in die Graben- strasse mündenden Pfahlgrabengasse bei dem Hause Stadt Breslau beginnend und führen in nördlicher Richtung neben der neuen Promenade her zu der 459 m hohen schönen Aussicht, in deren Nähe ebenfalls die Fundamente eines Wachtturmes zu finden sind. Dass aber in dem Thalkessel eine ausgedehnte römische Niederlassung geblüht haben muss, geht aus zahlreichen Funden von römischen Anlagen und Mauerresten, von Münzen, Urnen u. s. w. hervor. So legte Oberstleutnant Dahm 1895 ein in Dorf Ems gelegenes Kastell bloss, welches in dem von der Coblenzer Strasse und dem Emsbach gebildeten Winkel sich nach
Illustr. Lahnführer. 14
Bad Ems.


