Burg Nassau, Mühlbachthal. 205
der unbeugsame Wille aus, allen seinen Reformen entgegentreten- den Widerstand rücksichtslos zu brechen. Auf der linken Seite liest man:„Vollendet im Jahre der Wiedererrichtung des deutschen Reichs 1871%, auf der Rückseite die Worte„Gewidmet vom deut- schen Volke“ und auf der rechten die Widmungsworte von Ernst Morite Arndt:„Des Guten Grundstein, Des PBöôsen Eekstein, Der Deutschen Edelstein.“ Der Oberbau ist von dem Homburger Bild- hauer Mai, die Statue von Prof. Lfuhl in Berlin.
Vom Denkmal kehrt man zur Burgruine zurück, umgeht dieselbe und steigt rechts in 15 Minuten auf bequemen Pfaden, die mit geschützten Ruhesitzen versehen sind, zur Burg Nassau aufwärts, deren Ruinen den Gipfel des Berges krönen. Ueber dem Aussenthor ist das Nassauische Wappen ange- bracht mit der Umschrift,, Gemeinschaftliche Stammburgte Ausser dem Bergfried, von dem man nach allen Seiten eine prächtige Rundsicht hat, stehen noch einige Mauern mit mehreren Fensterreihen, innerhalb deren sich eine gute Restauration(zur Stammburg Nassau-Oranien) pefindet; hier erhält man gegen ein Trinkgeld den Schlüssel zum Turm.
Erbaut wurde die Burg Nassau von den Grafen von Laurenburg auf dem damals Worms gehörigen Berge im Anfange des 12. Jahrhunderts; unter Konig Lothar(1125— 37) war sie schon vorhanden. 1159 ging sie durch Tausch auf das Erzbistum Tyier über und wurde von diesem als offenes Lehen den Herren von Laurenburg übergeben, die sich seitdem Herren von Nassau zu nennen pflegten. Der Erabischof behielt sich auf der Burg nur eine Stelle zum Bau einer Wohnung nebst Kapelle vor. Als 1255 zwischen den Grafen Walram II. und Otto I. die Teilung ihrer bis dahin gemeinschaftlich regierten Erblande vorgenommen wurde, wobei die Lahn als Scheidung diente, blieb die Burg beiden Linien gemeinsam. Noch im Jahre 1530 war sie in gutem Zu- stande, scheint aber dann, besonders nachdem sie des Daches be- raubt war, bald in Verfall geraten zu sein.
Das Mühlbachthal.
Kurz unterhalb Nassau bei der Eisenbahnbrücke mündet von Süden her der Mühlbach, nachdem er den Burgberg im Westen in einem Bogen umflossen hat, so dass dieser zwischen ihm und der Lahn eine Berginsel bildet, die mit dem Plateau im Süden nur durch eine schmale Kehle verbunden ist. Ein Ausflug in das Mühlbachthal, welches in seinen vielen Windungen und seinem oft schluchtartigen Charakter dem Jammerthal ähnelt, nur dass die schroffen Formen desselben hier gemildert erscheinen und die Waldhänge noch unmittel- barer an die Ufer sich drängen, gehört zu dem Eigenartigsten


