Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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168 Hadamar.

10,3 km Bahnhof Hadamar.

Hadamar, Stadt, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Limburg, mit 2211 vorwiegend katholischen Einwohnern, ist Sitz eines Amtsgerichts, eines Steuer- und Domänen-Rentamts, einer Oberförsterei, eines Kgl. Gymnasiums, eines Kgl. Lehrer- seminars, eines Korrigenden- und Landarmenhauses. Die Haupt- beschäftigung der Einwohner ist Landwirtschaft. Die Stadt liegt anmutig in einem Thalkessel zu beiden Seiten des Elb- bachs. Ihre regelmässige Bauart, die mehrfachen freien Plätze und Gartenanlagen verraten neben dem geräumigen Schlosse die ehemalige Residenz.

Gasthäuser: Nassauer Hof, Gasthaus zum Adler, Hotel Stahl; Restau- ration Lippmann.

Erwähnt wird der Ort als Oberhadamar das Dorf Nieder- hadamar liegt 20 Min. thalabwärts an der Chaussee nach Limburg zuerst im Jahre 1212. Nach Erwerb des dem Kloster Eber- bach gehörenden Hofes baute hier Graf Emich I. von Nassau im Jahre 1320 eine Burg, und unter ihm gewann der Ort 1324 Stadt- recht. Nach dem Aussterben der Nassau-Hadamarschen Linie Ende des 14. Jahrhunderts ging der Besitz nach mannigfachem Wechsel anfangs geteilt, 1557 ganz an Nassau-Dillenburg über. 1540 legte eine Feuersbrunst den grössten Teil der Stadt sammt der Burg in Asche. Das jetzige Schloss, dessen weitläufige Bau- lichkeiten sich am linken Elbufer um 4 Höfe herum gruppieren, wurde im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts von dem Grafen Johann Luduig aufgeführt, der auch den Hofgarten anlegte. Jetzt dient es dem Gymnasium und dem Steueramt als Unterkunft. Der genannte Graf, der Begründer der jüngeren Linie Nassau-Hadamar, der später die Fürstenwürde gewann, trat 1629 in Wien ohne Wissen seiner Gemahlin Ursula zur katholischen Kirche über und zwang seine Unterthanen ihm zu folgen. Ursula blieb ihrem Be- kenntnis treu, wusste aber mit seltenem Takt manche Härten in den Massregeln ihres Gemahls auszugleichen. In der Folge dieses Schrittes entstand 1637 auf dem danach benannten Mönchsberge das Franaiskanerkloster, in welchem sich jetzt die Korrigenden- anstalt befindet. Auch gewannen gegen Ende seines Lebens 1652 die Jesuiten hier eine Niederlassung. Ihre 1755 erbaute Kirche ist die jetzige Stadtkirche, und aus ihrer Schule ist das heutige Gumnasium hervorgegangen. Von dem im Osten sich erhebenden Herzberge, welchen die Marienkapelle krönt, hat man einen hüb- schen Blick auf Stadt und Umgebnng.

13,4 km Haltestelle Niederzeuzheim. Die Bahn verlässt oberhalb derselben das Elbbachthal und hält sich bis Willmen- rod an dem westlichen Höhenrande.

18,3 km Haltestelle Frickhofen. Das grosse, 1500 Einw. zählende Dorf(Wirtschaften C. Heeg, 4A. Heeg und ver-