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sie jetzt noch sind. Ueber der Stadt liegt die Kreuzkapelle, zu der Stationen hinaufführen. An Stelle der alten Diezischen Burg steht ein der Familie von Schütz gehörendes Schlösschen mit Park und Hofgut. Ein Mitglied dieser Familie, der taub- stumme Freiherr I. v. Schütz, gründete 1820 das erwähnte Taubstummeninstitut. Bemerkenswert ist ferner das schöne Lieber-Hospital vom Jalhlre 1859.
25 km Haltestelle Wörsdorf. Die Bahn verlässt bei Camberg das Emsbachthal, überschreitet die Höhe und kreuzt den Wörsbach unterhalb von Wörsdorf. Von der Chaussee, welche das Emsthal weiter aufwärts führt bis zum Dörfchen Esch, um bei Glashütten den Taunuskamm zu überwinden, trennt sich bei Walsdorf ein Zweig und trifft ebenfalls bei Wörsdorf in das Wörsbachthal, welchem sie aufwärts bis Idstein folgt.
30 km Bahnhof Idstein, Höhe über N. N. 265,65 m; das Stationsgebäude liegt auch hier gegen 10 Min. von der Stadt entfernt.
Gasthäuser: Goldenes Lamm am Markt, Deutscher Kaiser, Obergasse, Hotel Merz, Obergasse, Ecke Zuckerberg, Hotel Merz am Bahnhof. Brauereien von Wilh. Merz, Wiesbadenerstr., und zum Felsenkeller, Schulgasse. Zwei grössere Gartenwirtschaften in der Nähe des Parks.
Das Postamt liegt in der Stadt.
Telephonverbindung wie bei Camberg.
Droschken für Tagestouren 12—15 Mk.
Die Stadt ist Sitz einer sehr rührigen Sektion des Taunus- Klubs,(Centralfarbentafel), sowie zweier Radfahrer-Klubs, Gau- verband Frankfurt, Reparaturwerkstätte H. Reichert, Judengasse, L. Link, Wiesbadenerstr.; Bundesgasthaus„Deutscher Kaiser“.
Idstein, Stadt, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunus- Freis mit 3064 Einw.(meist evangelischer Konfession) ist Sitz eines Amtsgerichts, zweier Oberförstereien, einer Kgl. Baugewerkschule, einer Realschule, einer Idiotenanstalt. Die Hauptbeschäftigung der Einwohner ist Landwirtschaft, da- neben findet sich eine nicht unbedeutende Lederfabrikation. Im Hochthal des Wörsbach in freier Bergluft und waldreicher Umgebung gelegen, eignet es sich wohl zu einem Luftkur- ort, sowie zum Ausgangspunkt für Taunustouristen, die eine Menge lohnender und wohlmarkierter Waldwege vorfinden.
Die Burg Etichenstein, deren Rest wir in dem einzeln stehen- den Bergfried, dem sogenannten Hexrenturm, zu sehen haben, wird 1201 zuerst erwähnt und ist seit Mitte des 13. Jahrhunderts eine der Hauptfesten und dauernde Residenz der Walramschen Linie des Nassauischen Grafengeschlechts. Zahlreiche Burgmannen finden sich um dieselben angesiedelt. Unter dem Grafen und späteren König Adolf gewann der Ort 1287 Stadtrechte. Das jetzige, 1901


