156 Limburg.
und Anstalten ist Limburg vorwiegend eine Stadt der Be- amten, die sich namentlich in den neuen Stadtteilen angesie- delt haben. Doch hat sich vermöge der günstigen Verkehrs- lage auch eine nicht unbedeutende Industrie herausgebildet; es finden sich unter andern mehrere grössere Brauereien, drei Maschinenfabriken, eine Blechemballage-Fabrik, eine Papierwaren- fabrik, eine Tababfabrik, während die auf dem rechten Lahn- ufer gelegene Brückenvorstadt vorwiegend eine Ackerbau trei- bende Bevölkerung birgt. Immerhin ist Limburg ein in ziem- lich schneller Entwickelung begriffener Ort.
Die Lage Limburgs ist gegeben als Mittelpunkt des weiten Thalbeckens, in welches drei wichtige Zuflüsse der Lahn vom mittleren Taunus und Westerwald her nicht nur das Wasser, sondern auch den Verkehr sammeln. Berge und Wälder ziehen sich weit von dem Flusse zurück, und vor den Blicken breitet sich weites, zu sanften Höhen ansteigendes Fruchtgelände, der Boden des ehemaligen Süsswassersees, der durch die Idsteiner Senke seinen Abfluss nach dem Main hatte, bis er vom Rhein her abgezapft wurde. Nur hie und da ragen Kalksteinbildungen und Basaltköpfe hervor und schaffen einige Abwechslung in der flachen Gegend. Die Stadt lagert sich in dem Winkel zwischen dem Flusse, der durch den steil abfallenden Schloss- berg in nordwestliche Richtung gedrängt wird, und dem Bahn- damm, der sich an den das Thal im Süden begrenzenden Höhen entlang hält. Beherrscht wird sie von dem Schlossberge, um den sich von Südwest nach Nordwest die Altstadt mit ihren Treppen, ihren engen und winkligen Gassen herumlegt, ihrer- seits wieder umzogen von den breiten und wohlangelegten Strassen und Plätzen der Neustadt mit ihren stattlichen und modernen Gebäuden. Aber auch den Mittelpunkt des Interesses in kunst- und kulturgeschichtlicher Beziehung bildet jene Höhe, denn sie trägt zugleich die Domaulage, die in unvergleichlicher Weise namentlich für den von Osten Kommenden das weite Plussthal beherrscht und in dieser Beziehung unter den Gottes- häusern an der Lahn zweifellos den Sieg davonträgt. Zahl- lose Apbildungen in illustrierten Zeitschriften und Kunstblättern haben daher die Anschauung dieses Bauwerkes weit über die Gaugrenzen hinausgetragen.
Wer für Limburg nur kurze Zeit zur Verfügung hat und diese vorwiegend dem Dom zu widmen wünscht, geht am besten vom Bahnhofsgebäude gerade aus, durchschreitet die Bahnhofstrasse und den Neumarkt, eine schöne Anlage, auf deren rechter Seite sich das Kriegerdenkmal befindet. Der Bahnhofstrasse weiter folgend gelangt man auf den Kornmarkt, von wo man rechts durch die Domtreppengasse(mit Stufen)


