Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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Das Weilthal. 141

ten Rheinischen Schiefergebirges darstellt. Erleichtert wird der Zugang durch die 1891 eröffnete Weilthalbahn, welche vom Bahnhof Weilburg ausgehend das Thal bis Weilmünster durchzieht und von hier aus in einem Seitenthälchen bis Laubus- eschbach ihre Fortsetzung findet. Ein Ausbau der Strecke Weilmünster-Usingen über Grävenwiesbach ist bereits in Angriff genommen. Eine Benützung der Bahn, um die Wan- derstrecke abzukürzen, ist entschieden anzuraten, da das Weil- thal seine Hauptreize erst im obern Teile entfaltet.

4 km Station Freienfels, Gasthof Sommerfrische Freienfels. Die Sekundärbahn, anfangs an der Hauptstrecke nach Coblenz entlang laufend, biegt kurz vor Guntersau links ab und ge- winnt durch einen Tunnel die Weil, deren Lauf sie auf der linken Seite folgt, wührend die Land- strasse das rechte Ufer inne hält. Ueber dem gleichnamigen Dorfe erheben sich die ausgedehnten Ruinen der malerisch

gelegenen Burg Freienfels, gegründet um diapdurch den Grafen Walram von Nassau, urkundlich Schloss Freienfels. jedoch erst 1327 erwähnt. In den späteren Jahrhunderten bewohnt von nassauischen Burglehnmännern und Amtleuten, wurde sie im 18. Jahrhundert zur Ruine. Der viereckige, durch einen tiefen Felsgraben geschützte, vierstöckige Bergfried ist noch romanisch, während die übrigen Bauten vorwiegend gotische Formen zeigen.

7 km. Station Essershausen, Wirtshaus zum Weilthal, Stammsitz der ehemaligen adligen Familie von Eschhausen, deren Burg 1724 als trierisches Lehen an Nassau- Weilburg überging, jetzt aber verschwunden ist.

9 km Station Ernsthausen. 11 km Station Weilmünster. Der Bahnhof liegt oberhalb des grossen, in der Weilniederung sich ausbreitenden Fleckens, welcher bereits 821 erwähnt wird, obgleich die wenig bedeutende Kirche, die dem Orte den Na- men gegeben hat, erst 1217 urkundlich vorkommt. Reste einer Burg mit einem kleinen runden Turm sind noch oberhalb des Ortes sichtbar. Wirtschaften von Haibach und Jung.