Merenberg. 139
man von der Stadt kommend die Lahnbrücke überschritten hat, schlägt man die Limburger Chaussee ein, welche, ziemlich steil zum Westerwald ansteigend, nach mehrfacher Biegung in den Wald eintritt. Kurz vor der bewaldeten Basaltkuppe des 361 m hohen Herrmannsküppels, auf dem sich ein vom Taunus- klub Weilburg errichtetes hölzernes Aussichtsgerüst befindet, zweigt sich links die Strasse nach dem Dorfe Hasselbach ab, die Chaussee, in nordwestlicher Richtung weiter führend, teilt sich, bald nachdem sie aus dem Walde herausgetreten ist. Links führt sie über die weite, mit Gestrüpp, Ginster und Eriken bewachsene und mit Basaltblöcken übersäte Allendörfer Heide und senkt sich, nur die Dörfer Allendorf, Heckholzhausen und Obertiefenbach berührend, über den Kamm der Vorberge des Westerwaldes in südwestlicher Richtung in das Limburger Becken hinab. Der rechte Arm der Chaussee führt gerade aus in etwa 20 Min. nach Merenberg, einem grösseren Flecken, (Gasthaus„Weisses Ross“ am Eingange links) über dem sich im Nordwesten auf steiler Basaltkuppe die Ruinen der gleich- namigen Burg erheben. Schlüssel zum Turm in der Schule, Eintritt 20 Pfg.
Die Burg war Sitz der Herren von Merenberg, deren erster, Hartrad I., urkundlich 1129 erwähnt wird. Hartrad II. erbte durch seine Gemahlin Irmengard 1186 Burg und einen Teil der Herr- schaft Gleiberg(G. S. 63), in deren Besitz sein Geschlecht bis zum Aussterben des Mannesstammes 1328 blieb. Die älteste Tochter des letzten Merenbergers, Hartrad II., Gertrud, war mit dem Grafen Johann I. von Nassau vermählt, dessen Geschlecht dadurch in den Besitz der Herrschaft Merenberg nebst dem Gleiberger An- teil gelangte. Die Burg wurde während des dreissigjährigen Krieges zerstört und nicht wieder aufgebaut.
Besser erhalten blieb nur der mächtige runde Bergfried, den der Taunusklub Weilburg 1895 mit einem Kostenaufwand von 2800 Mk. ausbaute und besteigbar machte. Die Aussicht von der Plattform des Turms ist eine hervorragend freie und weit umfassende.
Die Chaussee steigt von Merenberg sehr allmählich über Rennerod und Emmerichenhain zum hohen Westerwald, der in dem Saalberg, 654 m, auch Salzburger Kopf genannt, und den Fuchskauten, 657 m, hier seine bedeutendste Erhebung erreicht. In dem Dörfchen Neukirch am Fusse des Salzbur- ger Kopfes berührt die Strasse das höchst gelegene Dorf, um von hier in das Thal der zur Sieg fliessenden Heller hinabzu- steigen, wo sie bei dem Städtchen Burbach die Köln-Giessener Bahn gewinnt.
Da uns unser Weg noch öfter in den Westerwald führen wird, so müssen hier einige allgemeine Bemerkungen Platz


