Umgebung Weilburgs. 137
nach der Prophetenkanzel und dem Kanapee weist; Wege- zeichen blaue Striche. Auf dem mit Treppen versehenen Wege aufwärts steigend gelangt man nach 2 Min. zu einer unter dem Schieferfelsen angebrachten Bank. Der links führende Weg leitet an dem Felsen in halber Höhe entlang zu den Wölwenlöchern, Höhlungen im Felsen, in denen zu heidni- schen Zeiten eine Wölwa, weise Frau, gehaust haben soll. Rechts aufwärts führt der Weg zum Kanapee und bietet beim Rückschauen schöne Blicke auf das Schloss und die enggepackte Stadt, die hier von einem geschlossenen Höhenkranz umgeben erscheint. Die Wirtschaft von Timmer, in deren Nähe ein alter Wasserleitungsturm steht, ist einfach, Pens. 3 Mk. Von hier folge man links der Landstrasse, die nach 8 Min. zum Walde herausführt und einen schönen Blick auf die Hausley und die Lahn gewährt. Bei Strassenstein 1,0 biegt man links und verfolgt die Lindenallee, an deren Ende der Taunusklub über dem steilen Felsen der Hausley einen sechseckigen Aus- sichtstempel errichtet hat. Ein Pfad führt in 10 Min. abwärts zum Fluss, über den man auf einer Rollfähre zur Stadt zurückgelangt. Hält man sich unten zwischen den Resten der alten Stadtmauer und dem Flusse, so trifft man links gehend auf die Kgl. Unteroffiziervorschule, deren jetzt drei- stöckiges Gebäude einst für die Münze bestimmt war, 1876 aber um die zwei Flügel erweitert ihrem heutigen Zwecke übergeben wurde. Um dieselbe herumbiegend gelangen wir in den Hainweg, der uns in die obere Stadt zurückleitet. Die Schwebebrücke, welche in verfallenem Zustande den Fluss überspannt, rührt aus der Zeit, wo das Wasser der städtischen Leitung auf den Höhen des jenseitigen Ufers gefasst wurde.
Vom Bahnhof kann man in kurzer Zeit, allerdings nur zu Fuss, direkt zu dem Landthore und zur Prankfunter Chaussee gelangen, wenn man über die Eisenbahnbrücke geht, von der man einen hübschen Einblick in die beiden Tunnel hat, und vor dem Eisenbahntunnel rechts den Weg aufwärts geht. Ueberschreitet man aber nach links die Schienen, so steht man jenseits der Strasse vor dem Eingange zum von Dungern- schen Park, dessen schöne Anlagen die ganze Bergwand ein- nehmen. Der Eintritt ist jedermann gestattet. In 5 Min. steigt man auf schattigen Pfaden zu einem Pavillon, von dem man einen schönen Blick auf die Lahn, das Gebück, das Schloss und das Kanapee geniesst. Der Weg am Flusse entlang führt zur PBadeanstalt und an der Gasanstalt und der Helbigschen Brauerei vorbei nach dem Dorfe Ahausen.„
Ist so die nähere Umgebung Weilburgs eine überaus reizende und im Bunde mit den übrigen Vorzügen des Ortes wohl geeignet, zu längerem Verweilen einzuladen und den


