126 Braunfels.
Zusammenhange mit dem auf hoher Basaltkuppe gelegenen Fürstlichen Schlosse.
Die Tradition verweist den Ursprung des Solmser Geschlechts in das 10. Jahrhundert, der erste beglaubigte Repräsentant des- selben, Marquard von Solms, erscheint erst 1129 als Zeuge in der Gründungsurkunde des Klosters Schiffenberg(s. S. 69). Häufig genannt werden die Grafen in Kämpfen mit der freien Reichsstadt Wetzlar im 13. und 14. Jahrhundert. Sie gewannen hier 1337 sogar Bürgerrecht, worauf gestützt sie namentlich in den Ge- schlechterkämpfen gegen Ende des Jahrhunderts eine für diese verhängnisvolle Rolle spielten. Der streitbare Graf Johann II. be- mächtigte sich sogar 1375 derselben, behielt sie drei Jahre und ängstigte sie auch später noch in verschiedenen Fehden. Die Neffen Johannes, Bernhard II. und Johann III. teilten 1420 das gemein-
. same Erbe und wur- den Begründer der Bernhards- und Jo- hanneslinien, deren erster Braunfels, Greifenstein und Haiger zufielen und die ihrerseits 1602 nach dem Tode des Grafen Konrad sich wieder in drei die obigen Namen füh- rende Zweige teilten. Als 1693 der letzte Braunfelser, Graf Heinrich Trajectin, sogenannt, weil er zu Trajectin-Utrecht geboren war, in der Schlacht bei Neerwinden als niederländischer Feldzeugmeister kinderlos fiel, kam Braunfels an den Greifensteiner Wilhelm Moritz, der seine Resi- denz hierher verlegte(s. S. 115) und den Namen des Geschlechtes nach dem neuen Sitz weiter führte. Durch Kaiser Karl VII. wurde dasselbe 1742 in den Fürstenstand erhoben, 1806 bei Auflösung des Reiches mediatisiert und auf dem Wiener Kongress das Gebiet als Hauptbestandteil des Kreises Wetzlar zur Fheinprovinz hinzu-
gefügt.
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Schloss Braunfels.
Das Schloss Braunfels, welches in den verschiedenen Zeit- läufen schwere Schicksale durchzumachen hatte, namentlich auch in den Jahren 1514 und 1679 fast vollständig durch Feuer zer- stört worden war, verdankt seine Ausschmückung dem Fürsten Ferdinand(1837— 1873), einem Kunst. und Altertumssammler von Geschmack und Glück, vor allem aber dem Fürsten Georg,


