82 Bad Nauheim, Quellen.
Linie 1736 an Hessen-Cassel flel, suchte dieses besonders die Salz- gewinnung zu fördern, auf deren Bedeutung der Umstand schliessen lässt, dass Napoleon I. 1810 die Salinen seinem Günstling Davoust, Prinzen von Eekmiihl, als Geschenk überwies, der sie bis 1813 besass. Die Anfänge des Bades aber fallen erst in das Jahr 1835, als im jetzigen Hotel Kursaul 9 Wannen zu Badezwecken auf- gestellt wurden. Doch dauerte es trotz der Bemühungen der Ein- wohner, besonders des rührigen Badearztes Dr. Bode, geraume Zeit, ehe das Bad zu einer gedeihlichen Entwicklung gelangte, obgleich am 22. Dezember 1846, gewissermassen ein Weihnachtsgeschenk, nach längeren vergeblichen Bohrungen der Durchbruch des grossen Sprudels den Grund zu Nauheims späterer Entwicklung gelegt hatte. Die Kufürstliche Regierung betrachtete das Bad lediglich als eine Einnahmequelle, und aus diesem Grunde erteilte der Kur- fürst einer französischen Gesell- schaft die Konzession, 1854 eine Spielbank zu errichten, deren sittliche Gefahren er in landes- väterlicher Fürsorge von seinen Unterthanen abzuhalten ver- suchte, indem er ihnen das Spie- len verbot. Dennoch ist diese bedenkliche Massregel derspätern Entwicklung des Ortes, welcher im selben Jahre zu einer Stadt erhoben wurde, zum entschiede- nen Vorteil ausgeschlagen. Denn die Bedingungen, unter denen die Gesellschaft die Bank übernahm, waren für diese äusserst drückend, für das Bad aber im hohen Masse günstig. Denn ihnen verdankt 2 es die Erbauung des grossartigen
—— Kurhauses mit seinen Pracht- Sprudel(Bad Nauheim). sälen, seinen zahlreichen Gesell- schafts- und Wirtschaftsräumen, die Anlage des 65 Hektar grossen Kurparkes, der an Grösse und Schönheit unter den ähnlichen Deutsch- lands seinesgleichen sucht, eines Meisterwerks des genialen Hof- gartendirektors H. Siesmayer aus Bockenheim; ferner die Auf- führung der ebenso geräumigen als zweckmässig angelegten Trink- halle mit daranstossendem Gewächshause, die Unterhaltung einer guten Kurkapelle, alles Einrichtungen, welche die Pächter ohne Entgelt, ja ohne eine Kurtaxe erheben zu dürfen, aus- führen mussten und welche ohne die Spielbank in dieser Gross- artigkeit wohl niemals zustande gekommen sein würden. Als daher, bald nachdem Nauheim 1866 preussisch und unmittelbar darauf


