Hohe Warte, Güningen. 71
früheren unwürdigen Zustande wenigstens einigermassen be- freit worden. Haupt- und linkes Seitenschiff sind zugänglich; Querschiff und Chor zwar verschlossen, werden aber auf Wunsch geöffnet, während der Turm nicht mehr bestiegen werden kann. Der Reiz des Schiffenberges liegt indessen weniger in dem, was er aus der Vergangenheit bietet. Es ist die schöne Natur, die entzückende Aussicht von den Fenstern des Hauptgebäudes und von der Terrasse, welche der Höhe stets ihre Anziehungs- kraft bewahren werden. Da liegt der Taunus bis zu dem grossen Feldberg, dessen Häuser deutlich sichtbar sind, in der Nähe und Ferne zahlreiche Dörfer und scharf heben sich im Südosten die beiden Türme der Ruine Münzenberg ab. In weiter Ferne umsäumen bei klarem Wetter die Höhen des Vogelsberges, der Rhön, des Spessart und Odemwaldes und weit rechts jenseits Giessen des Westerwaldes und des Hinterlandes den Horizont. Aus der Masse der Gipfel ragen hervor der Dünsberg hinter Giessen, der Stoppelberg bei Wetzlar. der Haus- berg bei Butzbach, der Winterstein bei Bad Nauheim.
Hohe Warte, 250 m hoch, mit neuerbautem Aussichts- turm, von dem weithin eine hübsche Aussicht über den schönen Laubwald in der nächsten Umgebung, dann die neue Kaserne, Lahnthal mit Giessen, weiter Gleiberg, Vetzberg. Dünsberg, Ausläufer von Westerwald, Lollar, Staufenberg, Vogelsberg, Schiffenberg, Wetterau u. s. w. Wegzeigen blaue Punkte vom Neuen- wegerthor(1 Std.), Licherstrasse, im Walde links die Wannenschneise bis zum Fusse des Berges.
Unmittelbar nach Süden blickt man in das zwischen dem Schifenberg und dem auf der gegen- überliegenden Höhe sichtbare Dorf Grüningen sich öffnende Thal hin-—xixmi uennun unter, in welchem Kloster Arnsburg. am 21. April 1797 General Ney in einem Gefecht von den verfolgten Oester- reichern gefangen genommen wurde..
Ein landschaftlich überaus lohnender Ausflug, welcher zu- gleich in kunst- und kulturgeschichtlicher Beziehung reichste Ausbeute gewährt, den daher niemand bei irgend genügender Zeit


