Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen

58 Giessen.

mehrfach Residenz der Landgrafen, diente es bis zuletzt zu Universitätszwecken; 1901 wurde eine Restauration nach alten Plänen vorgenommen. An dasselbe lehnt sich nach rückwärts im rechten Winkel die alte Kaserne(altes Zeughaus), ein mächtiger Bau aus Bruchsteinen mit besonders hübschem Portal. Erbaut vom Landgrafen Ludwig dem Aelteren, dem Sohne Philipps des Grossmütigen, 1585, diente sie früher als Zeughaus, jetzt als Kaserne des 2. Bataillons der Hundert- sechzehner(Offiziers-Casino). Flankiert werden diese Ge- bäude durch die am botanischen Garten entlang führende, neu angelegte Senckenbergstrasse, welche den Brand mit den Ost- anlagen verbindet und an der das Physiologische Institut liegt.

Universitüt und chemisches Laboratorium.

An der Ecke von Brand und Senckenbergstrasse steht das frühere Universitätsgebäude, 1839 an Stelle des alten Kollegien- hauses erbaut, ein Muster von Nüchternheit und Stillosigkeit. Umso köstlicher aber ist sein Inhalt, denn es birgt die gegen 300 000 Bände nebst 1400 Handschriften zählende Universitäts- bibliothek, welche in der Regel von 9 1 und 3 6 Uhr, im Winter nicht so lange, geöffnet ist. Sie trägt die Aufschrift Bibliolheca Academica et Senckenbergiana, zur Erinnerung an den Freiherrn Kar! Renatus von Senckenberg, welcher als reicher Privatmann in Giessen ganz seinen Studien lebte und hier im Jahre 1800 an den Blattern starb, nachdem er testa- mentarisch seinen ganzen gelehrten Nachlass nebst seinem Hause und einer beträchtlichen Geldsumme der Hochschule vermacht hatte.

Rechts von der Bibliothek ist der Eingang zum botanischen Garten(s. S. 50), in welchem sich ein einfaches Denkmal ge-