Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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Von Marburg nach Giessen. 47

Lahnthals, ging aber, als die Werke in eine Akliengesellschaft umgewandelt und in zwei Gruppen getrennt wurden, durch Kaufvertrag vom 20. Juli 1895 in den Besitz der Aktienge- sellschaftEisenwerke Hirzenhain und Lollar über.

Die Strecke von Lollar nach Giessen 8,1 km, durchmisst der Zug in 9 Min.; doch ist auch eine Fusswanderung nach Giessen auf der linken Seite der Lahn lohnend. ½ Std. süd- lich von Lollar liegt die Badenburg. Der kürzeste Weg ist ein Fussweg, welcher an der linken Seite des Bahndammes entlang, dann rechts durch einen Viadukt am Flussufer hin führt. Derselbe ist aber nur bei ganz trockenem Wetter rat- sam. Am sichersten verfolgt man die Chaussee nach Giessen 25 Min., bis blaue Striche dieselbe kreuzen; ihnen folgt man nach rechts.

Die Baden- burg, ein un- mittelbar an Lahn und Eisen- bahn(keine Halte- stelle) gelegener viel besuchter Punkt mit Re- stauration(Duill)

ist ein alter, jetzt 5 sehr zerfallener Badenburg pei Giessen. Herrensitz.

Sie war nie eigentliche Ritterburg, und die geschichtlichen Notizen darüber sind sehr dürftig. 1385 befreite Landgraf Heinrich VII. dem Johann von Weitershausen sein neu erbautes Haus Badenburg und belehnte ihn damit nebst 5 Hufen Landes.

Die Familie von Weitershausen oder Weitolshausen, gen. Schrautenbach, blieb im Besitze des Schlosses bis 1820. Es war seiner Zeit sehr kostbar eingerichtet; in J. J. Winkelmanns hess. Chronik 1697 heisst es von demselben:An einer Waldecke liegt das mit schönen künstlichen Gemäld- und Feldschlachten gezierte Haus Badenburg, denen von Schrautenbach zuständig. Aber schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde von der Familie selbst, um das Pfandobjekt wertlos zu machen, alles Holzwerk, Fenster- und Treppensteine u. s. w. ausgebrochen und verkauft. So ent- stand die Ruine und der zerstörende Feind war der Eigentümer selbst. Nur ein Teil ist wieder in leidlich wohnlichen Zustand gebracht. Das Anwesen mit Garten gehört seit 1820 der Gemeinde