16 Schloss Wittgenstein.
8 Min. Bei Telegraphenstange 138 biegt man links in den wohlgehaltenen Fahrweg, welcher allmählich ansteigend, bald in schönen Wald, in kaum 40 Min. vor den Eingang zum Schlosshofe führt.
Schloss Wittgenstein, 499 m über N. N., 168 m über der Stadt, liegt beherrschend auf dem zwischen den Thälern der Lahn und des Laasphebaches aufsteigenden Bergrücken, von schönem Hochwald umgeben.
Das Schloss, aus dem 9. Jahrhundert stammend und seinen Namen von dem Erbauer Wittekind tragend, ist der Stammsitz des Geschlechts WMittgen- stein, welcher ur- kundlich zuerst 1174 genannt wird. Mitte des 13. Jahrhun- derts gewannen die Grafen v. W. die Umgegend von Ber- leburg und gründe- ten 1258 die Stadt Berleburg, so dass
ihre Besitzungen Ende des 14, Jahr- — hunderts etwa den 4 n. A. v. Stephani Biedenkopf. jetzigen Kreis um- Schloss Wittgenstein. tassten, als das Ge- schlecht im Mannesstamm ausstarb und das Erbe durch die Tochter des letzten Grafen auf die Grafen von Sayn, deren Stammburg bei Coblenz liegt, überging. Im 16. Jahrhundert bildeten sich zwei Linien heraus, Sayn-Wittgenstein-Berleburg, welche 1796, und Sayn-MWittgenstein-Hohenburg, welche 1806 in den Fürstenstand erhoben wurde. Letzterer gehört jetzt noch Schloss und Standes- herrschaft Wittgenstein, nachdem die Landesoberhoheit 1806 an Preussen übergegangen und das Territorium der Provinz Westfalen zugewiesen ist.
Das geräumige Sehloss, welches mit den langgestreckten Nebengebäuden auf drei Seiten einen grossen rechteckigen Hof umfasst, bietet architektonisch nichts Bemerkenswertes. Eben- sowenig das Innere des Schlosses, bis auf die Kapelle und den Bildersaal, welche allerdings eine Besichtigung lohnen. Die vierte Seite des Hofes ist durch ein hohes Eisengitter von der Strasse und dem gegenüberliegenden Schlossgarten ge- schieden, welcher sehr hübsche Felspartieen aufweist. Geht man rechts am Schlossgarten und verschiedenen Wirt- schaftsgebäuden vorbei, so führt der obere Weg durch den


